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Baustoff-Mangel

Aus allen Berichten der ersten Nachkriegsjahre geht hervor, dass sehr viel mehr hätte getan werden können, wenn nicht der erdrückende Mangel an Baumaterialien aller Art geherrscht hätte. Der gesamte Kreis Crailsheim war in dieser Beziehung Notstandsgebiet.

 

Die offiziellen Zuteilungen waren ein Tropfen auf den heißen Stein (siehe unten). Die Heranschaffung der Vorkommen an Baustoffen im Kreis war von der Transportkapazität abhängig, die viel zu gering war. Kreisbaumeister Philipp wollte dafür zehn 5,5-Tonner Diesel-Lkw-Kipper anschaffen, die es aber natürlich nicht gab. Für den vorhandenen Fuhrpark gab es nie genug Treibstoff; und es fehlten Ersatzreifen, Batterien und jegliche Ersatzteile.

Stadtbaumeister Kiderlen hatte schon im Herbst 1945 errechnet, was für den Wiederaufbau von Crailsheim an Baumaterialien insgesamt notwendig sei. Im März 1946 stellte er Bedarf und geliefertes Material gegenüber:

Wiederaufbau-Bedarf bis März /1946           

Wohnbaubedarf                  zugeteilt

Zement                           150.000 Ztr.                  9.660 Ztr.

Kalk                              120.000 Ztr.                     700 Ztr.

Gips                                40.000 Ztr.                  2.160 Ztr.

Holz                          30.000 cbm                           500 cbm

Nägel                               130.000 kg                    2.700 kg

Backsteine         10.000.000 Stück                  106.500 Stück

Dachziegel                  5.000.000 Stück           124.000 Stück

Glas                              15.000 qm                   ---

Regierungsbaumeister Stoll hatte im Januar 1947 ausgerechnet, wie lange der Wiederaufbau dauern würde, wenn die damaligen Zuteilungen nur so fortgesetzt würden.

Bei Zement : 83 Jahre
      Kalk:       52 Jahre
      Gips         64 Jahre

      Holz         55 bis 93 Jahre
      Dachziegel  22 Jahre
     

Erst nach der Währungsreform im Juni 1948 begann sich der Magnel zu lichten - erst langsam -dann immer zügiger.

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