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Vorbemerkung
In der Direktive JCS 1067 v. 26.4.45 des amerikanischen Generalstabs an den Oberbefehlshaber der US-Truppen in Deutschland, General Eisenhower, heißt es:

„Es muss den Deutschen klargemacht werden, dass Deutschlands rücksichtslose Kriegführung und der fanatische Widerstand der Nazis die deutsche Wirtschaft zerstört und Chaos und Leiden unvermeidlich gemacht haben, und daß sie nicht der Verantwortung für das entgehen können, was sie selber verschuldet haben.

Deutschland wird nicht besetzt zum Zwecke seiner Befreiung, sondern als ein besiegter Feindstaat. Das Ziel ist nicht die Unterdrückung, sondern die Besetzung Deutschlands, um bestimmte alliierte Ziele zu verwirklichen. Bei der Durchführung der Besetzung und Verwaltung müssen Sie gerecht, aber fest und unnahbar sein. Die Verbrüderung mit deutschen Beamten und der Bevölkerung werden Sie streng unterbinden.

Das Hauptziel der Alliierten ist es, Deutschland daran zu hindern, je wieder eine Bedrohung des Weltfriedens zu werden. Wichtige Schritte zur Erreichung dieses Zieles sind die Ausschaltung des Nazismus und des Militarismus in jeder Form, ... und die Vorbereitung zu einem späteren Wiederaufbau des deutschen politischen Lebens auf demokratischer Grundlage ....

Alle Mitglieder der Nazipartei, die nicht nur nominell in der Partei tätig waren, alle, die den Nazismus oder Militarismus aktiv unterstützt haben, und alle anderen Personen, die den alliierten Zielen feindlich gegenüberstehen, sollen entfernt und ausgeschlossen werden aus öffentlichen Ämtern und aus wichtigen Stellungen und halbamtlichen und privaten Unternehmungen ...“

Das waren die Rahmenbedingungen, die zur Zerstörung der Stadt Crailsheim und der Not ihrer Menschen hinzutraten und nichts anderes bedeuteten, als dass es um einen politischen, wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Umbruch ging. In all diesen Bereichen entstanden neben den gesetzten Bedingungen aber auch größere und kleinere Spielräume, die von der öffentlichen Verwaltung und den Menschen selbst genutzt werden konnten.

Diese Arbeit versucht, die Situation in der Stadt Crailsheim nach Beendigung der Kampfhandlungen bis zur ersten demokratischen Wahl des Gemeinderats und des Kreistags in den ersten Monaten des Jahres 1946 zu beschreiben.

Im Jahr „Überleben 1945“ ging es vorrangig um die Erfüllung von Forderungen der Besatzer, um die Bewältigung von Notsituationen in der Versorgung und um den mühsamen Wiederaufbau der öffentlichen Verwaltung. Die Menschen in Crailsheim - oft unter dem Schock des Verlustes von Lebensgrundlagen – mussten Wege zum Überleben und Antworten auf die Frage suchen: Wie soll es weitergehen?

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© Armin Ziegler