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Dr. Fritzmartin Ascher   
Geboren am 22. September 1885 in Mannheim
als Sohn des jüdischen Apothekers Hermann Ascher aus Bromberg (Preußen) und seiner Ehefrau Marie gebr. Hartog.
1904 – 1913 Besuch des Gymnasiums in Mannheim, Abschluss Abitur mit Note Gut, Studienwunsch Nationalökonomie.
1913  Als Einjährig-Freiwilliger Eintritt  in das Mannheimer 2. Badische Grenadier-Regiment.
im Krieg  Eisernes Kreuz II.Klasse. Dienstgrad Gefreiter.
Noch 1914 Verwundung, französische Kriegsgefangenschaft.
1918 Auf Grund der Genfer Konventionen Überstellung in die Schweiz, Internierung.
Bekanntschaft mit der schweizer Primarlehrerin Elsa Schütz.
 1919 nach Entlassung Beginn des Studiums der Naturwissenschaften (Zoologie, Mathematik; Botanik)in Marburg und Heidelberg.
März 1920 Freiwilliger in einem Freikorps, 5. Jägerregiment  Marburg/Lahn.  Einsatz in Thüringen bei kommunistischen Umsturzversuchen. 
Rückkehr nach Mannheim.  
1921 Staatsprüfung für das höhere Lehramt.
1923 Dissertation „Der Einfluss der Belichtung auf das Farbkleid des Feuersalamanders.
Erwerb des Titels Dr.rer.nat.
1924 Lehrer an einer Mädchen-Realschule in Mannheim (Mathematik, Physik, Biologie, Chemie.)
1925 1. Erweiterungsprüfung für zusätzliche Lehrfächer
April 1925 Heirat mit  Elsa (Elsi) Schütz (geb. 1885).
1927 Geburt der Tochter Marianne in Mannheim
1927 Gymnasialprofessor am Hilda-Gymnasium in Pforzheim
1929  Zweite  Erweiterungsprüfung für weitereUnterrichtsfächer. Die deckten nun den gesamten Bereich Mathematik und Naturwissenschaften ab.
1930 Geburt der Tochter Aude in Pforzheim.
22.9. 1934 wurde ihm mit einer Urkunde das Ehrenkreuz für Frontkämpfer im Namen des Führers und Reichskanzlers von Reichspräsident Hindenburg verliehen.

4.Oktober 1935 Zwangsbeurlaubung als Jude – anschließend Berufsverbot.
Danach Mechaniker-Voluntär in einer Maschinenfabrik. Darf nicht vollendet werden.
1936 Wohnungskündigung. Umzug nach Mühlacker.  Dr. Ascher lehnte die noch mögliche Auswanderung ab.

1936  evangelische Taufe der Kinder Marianne und Aude.
11.August 1936 – Lehrer an der jüdischen Privatschule Rosenbaum in der Freien Stadt Danzig. Die Familie verblieb in Mühlacker.

5.7. 1938 Übertritt zum Christentum und Taufe.
 
Die Danziger Schule wurde nach Übernahme des Senats durch die NSDAP  1939 geschlossen.
1. Januar 1939. Juden müsen zur Erkennung einen jüdischen Vornamen annehmen. Fritzmartin Ascher hieß jetzt amtlich Israel Ascher.

18. August 1940. Vater Hermann Ascher, 8ojährig, stirbt vor seiner Deportation.

Juden dürfen keine Radios mehr besitzen und müssen vorhandene abgeben.

Dr. Ascher kehrt aus Danzig nach Mühlacker zurück. Zwangsbeschäftigungen bis Kriegsende: Domänenarbeiter in der Landwirtschaft, Milchfuhrmann, Friedhofsgärtner, Totengräber.


Im Juni 1945 wurde er durch den französischen Militärgouverneur zum Bürgermeister von Mühlacker ernannt  und blieb es bis 1947. Dort gibt es eine nach ihm benannte Straße.

24.2.1947 - 29.2.48  Landrat im Landkreis Waiblingen.

1. 3. 1948 – 30. 6. Angestellter des Ministeriums für politische Befreiung in Württemberg-Baden.
1.3. 48 bis 30. 6. 1948,Tätigkeit als Vorsitzender der Spruchkammer Vaihingen/Enz zwischenzeitlich abgeordnet zur Spruchkammer Ludwigsburg.

Ab  Juni1948  Leiter der Oberschule für Jungen in Crailsheim  
Sie wird 1954   nach einem Briefwechsel Dr. Aschers mit Albert Schweitzer
 "Albert Schweitzer Gymnasium".
(Brief von Albert Schweitzer vom 11.Mai 1954 (abgedruckt in der Festschrift des Gymnasiums 1956)
1949 und 1950:  Vorträge in der Volkshochschule. „Das Bild der Seele im Wandel der Zeiten“
1951 Besuch in Worthington  (Bericht im Hohenloher Tagblatt am 21 .7.1953
„Die Haustüren stehen jederzeit offen“. Freundschaft mit Theodora Cashel.

 

1955  18.-24. Februar. Dr. Ascher ist Veranstalter der Comburger Gespräche
„Der Mensch in der Gesellschaft.“

1956  Der Schulhausneubau des Albert Schweitzer Gymnasiums wurde eingeweiht. Neue Ideen konnten verwirklicht werden. So auch das  fächerübergreifende Lernen.
Ein starkes Anliegen Dr. Aschers.


1959 Wahl in den evangelischen Gemeinderat.

1959 – 1975 Mitglied des Crailsheimer Gemeinderates.(SPD)

Bis  1962  Schulleiter des Albert-Schweitzer-Gymnasiums in Crailsheim.

23. 9. 1963    Bundesverdienstkreuz I. Klasse, Verleihung durch Landrat Dr. Ansel.

1965         Mitglied des Kreistages. (SPD)

1975  Gründungspräsident der Crailsheimer Lions.


Dr. Fritzmartin Ascher verstarb am 15. April 1975 in Crailsheim.
Er ist auf dem Friedhof in Crailsheim begraben.

Frau Elsi Ascher verstarb 1976. Sie hatte zeitweilig in Blaufelden unterrichtet.

 
In Crailsheim und in Mühlacker gibt es eine Ascherstraße

Stolpersteine wurden für Dr. Ascher in Pforzheim und Mühlacker verlegt.

Eine Dokumentation ist in Vorbereitung.

 

 

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