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Werner Baumann, Lehrender und  Künstler    1925 – 2009
Werner Baumann wurde am 11. April 1925 als Sohn des Ersten Landesbeamten beim Landratsamt Crailsheim, Wilhelm Baumann, und dessen Frau Frieda (geborene Mayer), geboren und wuchs im Hammersbachweg auf.

Er besuchte die Leonhard Sachs Volksschule in der Schönebürgstraße – was ein recht langer Schulweg war - und wechselte 1936 in die Oberschule für Jungen, damals am Schlossplatz. Zeichen- und Musiklehrer war Adolf Weiler
Zu den Klassenkameraden gehörten Otto Burkhardt, Gerhard Kuhn, Walter Rössler, Wilhelm Volz, Heinz Wahl.
Mitglied der Hitlerjugend (Ab 23.3.1939  gesetzliche Mitgliedschaft vom 10. bis zu 18. Lebensjahr) Einzelheiten hier unbekannt.
Er war Kriegsfreiwilliger (wahrscheinlich Reserveoffiziersbewerber – was die Auswahl der Truppengattung ermöglichte  und Werbung  zur Waffen-SS blockierte.)

Er  wurde 1943 mit dem Reifevermerk eingezogen und war an der Ostfront eingesetzt. Sein jüngerer Bruder Reiner starb beim Luftangriff auf Crailsheim am 23. Februar 1945.
Schwere Kriegsverwundung in der Schlussphase des Krieges. Lungensteckschuss.

Kriegsgefangenschaft:
Werner Baumann erhielt seine Entlassung aus dem russischen Lazarett  Boleslav (Jung-Bunzlau) am 9.8. 1945.
Als Heimat steht zwar „Grailsheim“ auf dem Entlassungsschein, aber die Tschechen ließen ihn noch nicht gehen. Internierung.
Auf einem Verpflegungsschein werden in Schwarzenbach ((Openien) Verpflegungen zwischen 4. Und 10. September gemeldet.
Mit einem Lungensteckschuß war er
„nicht arbeitsfähig".
Am 2. September 1945  Transport
Richtung Westen. Nach mehreren Zwischenstationen wurde am 7. September die Demarkationslinie bei Lichtenberg erreicht. Abschiebung in der Nacht über die Grenze. Nach weiteren Stationen

Am 11. September 1945 Ankunft des 20jährigen nach 3 Jahren „Krieg“  in Crailsheim
  -  per Holzvergaser am „Anhalterbahnhof" in der Schönebürgstraße.
Werner Baumann  meldete sich aber am 13.September 1945 in Crailsheim an, auch auf dem Arbeitsamt.


„Rekonvalent“.
Wegen drohender Abschiebung durch die Amerikaner  in solchen Fällen nach Frankreich (das geschah mit meinem Bruder Horst)  ist er  in Crailsheim zuerst einmal stationär und ambulant im Krankenhaus in Behandlung und Obhut  von Dr. Lang.

Im  Elternhaus in Crailsheim - in Wartestellung für  einen Studienplatz - zahlreiche Zeichenarbeiten auf Bestellung, oft nach alten Fotos ehemaliger Wohnhäuser vor der Zerstörung; aber auch Anfertigung zahlreicher Bilder des unzerstörten Crailsheim  zum Verkauf in der Buchhandlung Baier.

Entnazifizierung: Er fiel unter die Jugendamnestie im Sommer 1946 – dann auch unter die Weihnachtsamnestie 1946 für Schwerverwundete. Ab 1947  keine Berufs- und Studiums-Beschränkung mehr.

Studium

1946-49 Studium an der Staatlichen Akademie (Kunstakademie) der bildenden Künste Stuttgart.  Freie Grafik bei Prof. Karl Rössing

Kunstgeschichte bei den Professoren Otto Schmitt, Hans Wentzel, Hans Fegers
1947-48 Technische Universität (Hochschule) Stuttgart Aktzeichnen bei Walter Wörn
1949-50 Universität Tübingen, Geographie bei Prof. Hermann von Wissmann;
 
Geologie bei Prof. Georg Wagner.
1950 1. Staatsexamen
19 51 2. Staatsexamen. 
Auch Lehramtsfähig.   ( so auch 1980-1987 Berater beim Oberschulamt Stuttgart, Studiendirektor.)


Zusätzlich zu seiner künstlerischen und pädagogischen Tätigkeit war Baumann jahrzehntelang als Ausstellungsmacher tätig: So war er 26 Jahre lang Ausstellungsleiter des Heilbronner Künstlerbunds, organisierte lange Jahre auch Ausstellungen für den Hohenloher Kunstverein.

Eng war die Verbindung zu Reinhold Würth, der Werner Baumann als Künstler ebenso wie als Gesprächspartner schätzte.

 

An der Kunstakademie lernte Baumann seine spätere Frau Ruth Baumann-Bantel, eine aus Giengen/Brenz stammende Kunstmalerin und Textilkünstlerin, kennen.
Heirat 1951. Das Ehepaar lebte in Heilbronn und Niedernhall. Sie hatten zwei Kinder, die Tochter Cordula und den Sohn Reiner.
Ruth Baumann verstarb nach langer Krankheit im Dezember 1994.

 1996.  In zweiter Ehe war Werner Baumann mit der aus Moskau stammenden Musikwissenschaftlerin Natalja Makarova verheiratet.


Werner Baumann ist 2009 in Heilbronn verstorben. Begraben wurde er auf dem Friedhof seiner Heimatstadt Crailsheim.

Seine in Familienbesitz befindlichen Arbeiten wurden dem Sandelschen Museum in Kirchberg übergeben und sind dort in Ausstellungen zu sehen.

Sein Werk ist ausführlich in „Werner Baumann Linolschnitte 1940 – 2005, Baier Verlag Crailsheim 2009“, dargestellt. Es ist Ruth und Natascha gewidmet.

Im Buch sind auch  eine Reihe seiner zahlreichen Ausstellungen aufgelistet. Darunter  in Crailsheim 1991 in der Kapelle auf dem Gottesacker, zusammen mit Ruth Baumann-Bantel.
2000 im Museum im Spital und  letztmalig 2005 im Rathaus anlässlich der Buchvorstellung
„Werner Baumann Linolschnitte 1940  - 2005“.
Ein längerer Beitrag von ihm ist auch im Buch „Lesezeichen Kultur“ veröffentlich (Siegfried Baier zum 80. Geburtstag), Crailsheim 2009.

Ich verdanke Werner Baumann ein langes Gespräch hier in Schönaich - und Beiträge und Hinweise für meine Arbeit.

Armin Ziegler
 

 



 



 

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