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Juli 1849

Dienstag, 3. Juli

- Am 7. Juli (Samstag) findet eine Amtsversammlung statt. Die Schultheißen sollen präzise um 8 Uhr auf dem Crailsheimer Rathaus sein. Tagesordnung:
1.Beratung des Amtspflege-Etats. 2. Die Wahl der Oberamtsgerichtsbeisitzer.
Die Sitzung wird öffentlich sein.
- Die Straßenbau-Inspektion in Ellwangen bietet erneut die alte Yaxtbrücke bei Yaxtheim zum Abbruch an.
- Am 4. Juli Abends findet ein großer Liederkranz statt. Den Mitgliedern zur Kenntnis.
- Der Vaterländische Verein versammelt sich am 8. Juli Nachmittag 4 Uhr im Lamm.
- Bei Buchdrucker Stüber wieder angekommen:
„Die Vollständige Exercir-Vorschrift“, 22 Kronen.
- Grünbaumwirth Fleischhauer: Guter Wein, Schoppen zu 3 Kronen.
- S.H. Marr sucht einige Mitleser für das „Frankfurter Journal“.
- Guter Reis, das Pfund zu 5 Kronen, Louis Ernst.
- Zimmermeister Wirth hat ab Jakobi zu vermieten: Geräumige Logis im 2. Stock.
- Eine Person empfiehlt sich zum Schön-, Band- und Seidefärben. Auch in Feinwäsche und Fleckenherausmachen. Dieselbe ist wohnhaft bei Amtspfleger Troitsch.

- Ein Gedicht von Heuß:
Meine Glatze 
Ich seh das Haar
mit jedem Jahr
von meine Kopf verschwinden
Man wird bei mir am Ende gar
Noch eine Glatze finden ….
(und noch weitere  30 Zeilen)

Freitag, 6. Juli
- Das Oberamt gibt bekannt: Das Kgl. Ministerium des Inneren kündigt in Kürze ein Gesetz über die Wahlen von Gemeinderäthen und Bürgerausschüssen an – und setzt bis dahin diesbezügliche Neuwahlen aus.
- Für die Versammlung von Volksvertretern werden die Abstimmungbezirke neu festgelegt. Zum Abstimmungsbezirk Crailsheim gehören: Goldbach, Ingersheim, Onolzheim, Roßfeld, Tiefenbach, Triensbach und Westgartshausen.
Der zuständige Bezirkscommissär ist Gerichts-Notar Weismann.
Wahlcommissär ist Oberamtmann Schwarz.
- Bürgervereinssitzung am 7. Juli. Tagesordnung Wahlgesetz.
Die Mitglieder werden gebeten alle Bücher zurückzugeben, da ein Bücherstutz geplant ist. Ermahnt werden die Ausgetretenen.
- Lehrer-Verein: Versammlung am 7. Nachmittags um 1 Uhr im üblichen Lokal zur Besprechung des amtlich ausgegebenen Entwurfs des Schulgesetzes.
- Veröffentlichung eines weiteren Gedichtes von St Heuß „für g’lerhrti Männer und für Dichter …“– diesmal 40 Zeilen über eine Logie auf dem Haller Blockhaus.

Dienstag, 10.Juli
- Im Saal des Crailsheimer Rathauses liegt die Wählerliste zur Wahl von Volksvertretern zur allgemeinen Ansicht für 6 Tage aus.
- Günstige Weinofferten vom Lamm- und Ritter-Wirth: Sie möchten Platz für die neue Ernte schaffen.
- Witwe Rosenfeld möchte ihren Hausanteil in der Ziegelgasse verwerthen und bietet Besichtigungen an (Stube, 2 Stubenkammern, Küche, Küchenkammer, 2 Bodenkammern,  Stall – es kann auch ein Kellerteil zugegeben werden.
- Zirkular-Ofen mit Kocheinrichtung. Bietet an Häfner Damm bei der Kapelle.
- Öffentliche Amtsversammlung am 8. Juli (es kam nur ein Besucher): Alle Kosten verursachenden Anträge wurden abgelehnt, so die der Munition für die Bürgerwehr.
Gewählt wurden wegen Ausscheidens anderer: Sonnenwirth Gießing, Kammacher Geiger, Melber Oestreicher, Georg Welch (bei der Post), Schloßfärber Schmidt.
Die Redaktion: die anderen Themen waren von weniger Interesse.
- Vom Reichtags wird berichtet, dass die Finanzperiode auf ein Jahr festgesetzt wurde (in Württemberg beträgt sie drei Jahre.). Die Mitglieder beider Häuser genießen privatrechtlichen Schutz – der aber durch Abstimmung aufgehoben werden kann.

Freitag, 13. Juli
- Der Kirchen-Convent bedankt sich, dass der verstorbene Sailermeister Förster in seiner letztwilligen Verordnung die Kleinkinder-Bewahranstalt mit 5 Gulden und 24 Kronen 
bedacht hat.
- Für einen heuer confirmierten erstarkten Knaben wird bei einem Landwirth von der Stiftungpflege ein Unterkommen gesucht.
- Gläser zum Einmachen von Früchten sind in allen Größen angekommen. S.H. Marr.
- In einer Buchdruckerei des Jaxtkreises findet ein wohlerzogener junger Mensch, der die erforderlichen Schulkenntnisse besitzt, eine angemessene Lehrstelle.

Dienstag, 17. Juli
- Fleischhauer zum Grünen Baum: Ich lasse am nächsten Mittwoch einen Omnibus nach Dinkelsbühl gehen. Fahrtpreis Hin und Zurück 48 Kronen. Abfahrt präzise 6 Uhr, Rückfahrt Abends 6 Uhr.
- Georg Arold vermietet eine obere Logis am Ansbacher Thorhaus. Geeignet für 1 Person.

Freitag, 20. Juli
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Danksagung für die Beweise von Freundschaft und Liebe beim Tode des Stadtacciser Joseph Köhle und für die zahlreiche Begleitung zur Ruhestätte. Rosine Barbara Köhle geb. Haag.
- Omnibus am Mittwoch, Donnerstag. Freitag, Morgens 4 Uhr von Crailsheim und Abends 6 Uhr von Hall. Die Omnibusgesellschaft.
- 2 Scheurentheile zu vermieten, wo man je 8 bis 10 Schober Getraide aufbewahren kann. Hollmann.
- Guten Erndte-Wein, 1848 zu 2 Gulden. Ritterwirth
- In hiesigem Privathause eine Granatenschnur mit Goldschlößchen und goldenem Kreuz aus eckigen Kugeln, abhandengekommen. Erkenntnisse im Blatt anzeigen.


Dienstag, 24. Juli
- Ferdinand Endreß  empfiehlt seine neue Partie moderner Sonnen- und Regenschirme- und bittet auch um Aufträge für Färben und Apprediren von Seiden-Waaren aller Art.
- Wahlsache: Nachdem H.Posthalter in Crailsheim seine Aufstellung abgelehnt hat, schlagen „Mehrere Wahlmänner“ den Amtsnothar Walther vor „dessen Liberalismus sich nicht erst seit dem März datiert und der seine Freisinnigkeit auch mit Besonnenheit verbindet“.  
- F.A. Siedler zeigt in einer Großanzeige an, dass sich sein Sohn Walter, 11 Jahre alt, heimlich entfernt hat und bittet Pfarrer, Schullehrer und Schultheißen um Nachforschungen. Walters Bekleidung: Eine mit grünen Schnüren versehene Turnjacke von ungebleichter Leinwand, gleiche Beinkleider, dunkle Kappe. Der tief bekümmerte Vater.

 Freitag, 27. Juli 
- Amts-Nothar Walter erklärt, obwohl er sich in keiner Weise um die Stelle bewirbt, er es als seine Bürgerpflichte betrachtet, wenn gewählt, die Wahl anzunehmen.

Dienstag 31. Juli
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Von dem Wahl-Commissär Gerichts-Notar Weismann wird die Stimmzettel-Übergabe in eigener Person für die Wahl des Volksvertreters für den Oberamts-Bezirk Crailsheim auf Donnerstag, den 2. August, unfehlbar von früh 7 bis Mittag 12 Uhr im Rathaus Crailsheim festgesetzt.
- Bis zur definitiven Wiederbesezung  des erledigten Oberfeuerschauamts durch die Amts-Versammlung ist als Amts-Verweser der hiesige Maurer und Steinhauermeister Häffner aufgestellt worden. Oberamt Schwarz


 

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