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Freitag, 1. Juni
- Zwei Aufforderungen  zur Gründung eines Jugendbanner innerhalb der Bürgerwehr. Mindestalter 17 Jahre. Befürworter sind ein Ausschuss des Bürgervereins und der Vorstand der Turnergemeinde.
- Tagesordnung der Sitzung des Bürgervereins am 2. Juni:
1. Vortrag von Herrn Wunsch über Maßregeln gegen das Betteln wandernder Gesellen.
2. Bericht über die Volksversammlungen in Ilshofen und Reutlingen.
- Der Vaterländische Verein versammelt sich am Sonnabend 7 Uhr im Falken: Thema: die dringliche und bedrohliche Lage des Vaterlandes.
- Friedrich Bauer, verabschiedet sich nach Abreise nach Ludwigsburg von all seinen Freunden.
- Rose-Wirth Ziegler eröffnet für je am Donnerstag und Sonntag seinen Sommerkeller mit gutem Lagerbier.
- Bericht über die Volksversammlung am Pfingstmontag in Reutlingen, auf der auch der Artillerist Oelhaffen aus Crailsheim aufgetreten ist. Unter den Forderungen ist auch die zu einer verfassunggebenden Landesversammlung (Abschaffung des Census, Wahlberechtigung für alle. Und Verminderung des Staatshaushaltes, Abschaffung der Apanagen. Verselbständigung der Gemeindeverwaltung. Abschaffung der Militärgerichtsbarkeit).

Dienstag, 5. Juni
- Das Commando der Bürgerwehr in Crailsheim beehrt sich anzuzeigen, dass
am Sonntag, 10. Juni, 10 Uhr, Die Fahnenweihe der Bürgerwehr in Hall stattfindet – und die Mitglieder der Bürgerwehr in Crailsheim eingeladen sind. Anmeldung wegen Fahrgelegenheit notwendig. Rittmeister Kleindienst.
- Besprechung für Jünglinge, die zum Jugendbanner treten möchten, am Dienstag, 5. Juni Abends 8 Uhr am Feuersee.
- Veröffentlichung einer  Ergebenheits-Adresse des Vaterländischen Vereins an das Königliche Gesamt-Ministerium, der von einer Partei vorgetragenen Forderung nach Rücktritt zu widerstehen. Außerdem wird die nächste Versammlung des Vereins am Sonntag im Falken bekanntgegeben.
- Politische Meldung aus Heidelberg: Die badischen Truppen haben sich geweigert weiter gegen die Hessen  zu kämpfen. Berichtet wird von der Tapferkeit der Ungarn in ihrem Kampf gegen die Österreicher.

Freitag, 8. Juni    
-  Bericht über die Versammlung des Bürgervereins am  2. Juni. Es wurde eine Erklärung gegen das Ministerium und die Ständekammer formuliert. Die 5 Punkte in Kürze:
1. Unbedingte Treue zur Reichsverfassung.
2. Verweigerung des Durchmarsches von Truppen, die nicht reichstreu sind.
3. Bewaffnung des Volkes zum Schutz gegen Reichsfeinde und um Bruderstämme zu schützen.
4. Sofortige Beeidigung des Heeres und aller weltlichen und geistlichen Beamten.
5.Amnestie für alle politischen Gefangenen,Civil und Militär.
- Zimmermeister Brenner vermietet in seinem Haus in der Ansbacher Vorstadt, wo Commissär Marz gewohnt hat, Logi mit Remis und Stall.
- Mitteilung des Wehrmanns-Vereins, dass in einer Wehrmanns-Versammlung den Offizieren nicht mehr das Vertrauen ausgesprochen worden war.

Dienstag, 12. Juni
- Amtliche Verfügung des Oberamtes.
Die Aufforderung zum Gehorsam gegenüber der Reichsregierung durch den sogen. Landesaussschuss ist unstatthaft, da die Regierung für Württemberg diesen Anweisungen erst zugestimmt haben muss. Es ist Aufgabe der Schultheißenämter in diesem Sinne zu belehren.
                                     Unterschrift: Belser (in Abwesenheit des Oberamtmannes).
- K. Kameralamt: Verkauf eines brauchbaren Stutz-Gewehres im  Aufstreich.
- K. Kameralamt und Umgelds-Commissariat: Dem Stadt-Aciseamts-Verweser Däffner ist die Funktion eines Wein-Unterkäufers provisorisch übertragen worden.  
 - Danksagung und Empfehlung: Die Hinterbliebenen von Moses Rosenfeld bedanken sich für die Theilnahme am Verlust und bei denen, die ihm so zahlreich die letzte Ehre erwiesen haben. Sie bitten aber auch namentlich die Mutter und den Bruder Hirsch Rosenfeld, Bäckermeister, der die Waisen und die Mutter nun fast ausschließlich unterstützt, geneigten Zuspruch angedeihen zu lassen.
- Zu einer Algemeinen Bürgerversammlung im Gasthaus Roß lädt ein. Volz.
- Anzeige der Berittenen Bürgerwehr. Wir drücken unsere Zufriedenheit mit unseren Offizieren aus.
- Der Jugendbanner hat sich mit dem Turnverein zusammengetan, um sich in militärischen Exerzitien zum wirklichen Dienst am Vaterland vorzubereiten und bittet bei der Beschaffung von Gewehren behilflich zu sein.
- Witwe Köhler, wohnhaft bei Wildmannwirth Hiller, empfiehlt ihren reingehaltenen 1846er Wein und einen Rest 1847er zu einem Gulden und Obstmost zu 40 Kronen.
- In einer Zuschrift wird vorgebracht, dass es unter den Republikanern und Radikalen besonders viele Lehrer und Pfarrer gäbe. Empfohlen wird, in die Ausbildung der Pfarrer sollte in den theologischen Cursus auch Unterricht in Ackerbau und Grundbegriffe der Rechts- und der Heilkunde einbezogen werden.

15.Juni
- Offiziere der Bürgerwehr (sie zählt  263 Mann ohne Offiziere) fordern auf, dass sich die Wehrmänner melden, die kein Vertrauen mehr zu den Offizieren haben. Bis dahin würden sie nicht zurücktreten. Unterzeichnet von: Brecht, Ziegler, Kleindienst, Hiller, Popp, v. Molt, Gießing, Fischötter, Goppelt, Häffner.
- Der Vorstand des Bürgervereins lädt zu einer Versammlung am Sonnabend, 16. Juni, ein.
Tagesordnung: Lage der Nation, Nationalbewaffnung, Antrag zur Statutenänderung.
- Abdruck einer Adresse des Bürgervereins an das Königliche Ministerium, in dem Loyalität erklärt wird – verbunden mit dem Erwarten einer Erklärung des Ministeriums zur Reichsverfassung.
- Abdruck eines öffentlichen Schreibens an die verehrlichten Offiziere, in dem das Ergebnis einer Versammlung in der Traube (mindestens 150 Wehrmänner) mit dem Protest gegen das geforderte Erscheinen auf dem Rathaus. Vielmehr seien Vertrauensmänner zur Abfassung des Protokolls gewählt worden, nämlich Volz und Wiedamann.
- Lammwirth Lindner verkauft alten Fruchtbranntwein Eimerweise, Liter 3 Gulden 20 Kr.
- Es wünscht jemand einen noch brauchbaren Badzuber zu kaufen oder miethen. Stadwaldschütz Geyer.
- Preis-Kegelschieben am nächsten Sonntag zum Vorteil des Jugendbanners. Hettler
- William Hettler, Billardeur, berichtet, dass ihm verschiedene weibliche Arbeiten, so Geschmeide und Gläser, zum Verwerten für den Jugendbanner übergeben wurde.

Diensttag, 19. Juni
- Nach Bekanntgabe des K.Ober-Rekrutierungs-Raths im Regierungsblatt erstreckt sich das Bezirks-Kontingent für die diesjährige Aushebung bis zur Losnummer 128. Die Inhaber höherer Losnummern sind als von der Militärpflicht entbunden anzusehen. Und in das Verhältnis zur Landwehrpflicht übergetreten.
-  Caroline Wüst, Witwe des verstorbenen Färbermeisters Wüst, mit vier unmündigen Kindern, bedankt sich für die Theilnahme und gibt bekannt, dass sie das Geschäft weiterführen wird.
- Der Bürgerverein senkt den halbjährigen Beitrag zur Vereinskasse von 30 auf 15 Kronen.
- Zur bevorstehenden Wahl eines Stadtraths wird der Apotheker von Jahn von „mehreren Bürgern“ vorgeschlagen.
- Rike Beck will mit ihren Strohhüten vollends aufräumen und gibt diese zu Fabrikpreisen ab.
- Einladung zur Subscription: Der durch seine Gedichte bekannte Bauer Stephan Heuß beabsichtigt eine vierteljährliche Zeitschrift für Jedermann und dem Titel „Abendstern“  herauszugeben. 24 Kronen. Die Herren Abonnenten erhalten noch ein Bändchen mit bisherigen Arbeiten des Verfassers.

22. Juni
- Am 25. Werden aus dem Spitalwald verschiedene Holzarten im Aufstreich verkauft. Zusammenkunft  8 Uhr auf der Kappler Straße beim Kuhbachbrückle. Die Stiftungspflege.
- Freitag, 22. Juni, findet im Sonnewirths-Keller Harmonie-Musik statt. Stadtmusikus Müller.
- Heinrich Hock empfiehlt sehr gute Dinkelsbühler Hefe.
- Gestern Abend ist aus dem Mezger Rosenfeldschen Haus ein Steeg Sohlleder entwendet worden. Etwaige Aufklärung ist Herrn  Rosenfeld zu geben.
- Kluges Storchenpaar. Von zwei Augenzeugen berichtet. Das Nest befand sich auf einem in Brand geratenen Haus in Güldingen. Während um das Haus gekämpft wurde, flog das Storchenpaar permanent zum Wasser, stürzten sich hinein, durchnässten sich, flogen zurück und schüttelten sich im Nest. Das Haus verglühte, der Teil des Daches mit dem Nest blieb erhalten.
- In Hall hat sich neben dem „Volksverein“  ein zweiter Verein unter dem Namen „Bürgerverein“ mit gleicher Tendenz gebildet und hat schon 83 Mitglieder.

Dienstag, 26. Juni
- Zeitungs-Eigen-Werbung: Am 1. Juli beginnt ein neues Abonnement: Erscheinung 2mal die Woche, halbjährlich 54 Kronen, zuzüglich wöchentlich Unterhaltungsblatt „Der Erzähler im Virnisgrund. Anzeigen (am Tag vorher bis 2 Uhr nachmittags) 4 Kronen pro ganze Zeile.


-Bürger-Vorschlag zur anstehenden Wahl des Bürgerausschusses: 
Obmann: Verwaltungsakt. Fischötter,
Deputierte: Sonnenwirth Gießing, Rothgerber Georg Leibrich, Conditor Wilhelm Reinhard, Rothgerber Wurst, Bäcker Phillipp, Schmied Duffing.
- Oberamtmann Schwarz ruft zur Unterstützung von drei Familien auf, die beim Brand in Jaxtheim Gebäude verloren haben.
- Oppenheimer Comp.: Empfehlen 1840er, 45er, 46er und 47er Weine und machen auf einen Ernte-Wein aufmerksam. Auch Witwe Köhler, wohnhaft bei Wildenmannwirth Hiller, preist ihren Wein an.
- Drucker Stüber verweist auf Neueingang „Verfassung des Deutschen Reiches  nebst Reichsgesetz über Wahlen.“ 6 Kronen.
- F.L. Siedler: Ein Knecht, der ein Pferd zu behandeln weiß und etwas vom Gartenbau versteht findet eine Stellung bei F.L. Siedler.
- Ein ordentlicher junger Mensch, welcher Lust hat, die Schneiderprofession zu erlernen, könnte sogleich eintreten. Wo - sagt die Redaktion.

29. Juni     
- Das Oberamt ermahnt die Schultheißenämter, die Vollziehung des Zehent-Ablösungsgesetzes schleunigst einzuleiten. Oberamtmann Schwarz.
- Kgl. Straßenbau-Inspection: Die alte Jaxt-Brücke bei Jaxtheim wird zum Abbruch verkauft. Offerten erbeten.
- Glasermeister Vetter: Da ich auf 3 Jahre das untere Thor gepachtet habe, ist mir meine Wohnung entbehrlich. Mein Glasergeschäft werde ich in meiner gegenwärtigen Werkstatt weiterbetreiben.


 

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