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Notizen 1916   Es ist das 4. Kriegsjahr
Januar


- Der Reichstag beschließt die Herabsetzung der Altersgrenze für Berufstätige von 70 auf 65 Jahre. Höchstpreise für Fleisch, Fett und Brot werden festgesetzt. Kartoffeln sind knapp.  
In den Geschäften gibt es meist kein Frischfleisch mehr zu kaufen. Die Regierung verbietet deshalb die Herstellung von Fleischkonserven.
Dienstag und Freitag werden zu fleischlosen Tagen erklärt.
- Eiserne 10-Pfennig Münzen ersetzen die bisherigen Münzen aus einer Kupfer-Nickel-Legierung.
- Devisenkurs: Ein Dollar ist 5,44 Mark wert.

Februar  
- Die Schlacht um Verdun beginnt. Der Krieg im Westen  wird endgültig zum verlustreichen Stellungskrieg.
- Orkanartige Stürme führen in Hamburg zu Überflutungen. Auch in Süddeutschland führen Stürme zu Überschwemmungen.
- Zur Verbesserung der Ernährung wird in Berlin eine Zentralstelle für den Gemüseanbau eingerichtet. Es geht an die Gemeinden die Aufforderung, Kleingarten-Vereinigungen zu gründen.
Mode: Trotz Stoffmangel: Damen tragen Faltenröcke mit gestärkten Unterröcken.
Der Herr trägt Sakkoanzüge mit langgeschnittenem Kragen als Einreiher mit Weste. Der Mantel ist der Paletot. Der Frack bleibt festliche Abendgarderobe.

März
- Einführung von Butterkarten: 125 Gramm pro Person pro Woche.
- 6. März: In Leipzig beginnt die Frühjahrs-Mustermesse u.a. für Spielwaren, Glas-, Metall- und Holzerzeugnisse.
Zusammensetzung des Reichstages:
Zentrumspartei 91, Sozialdemokraten 90, Nationalliberale 45, Deutsch-Konservative 43, Fortschrittliche Volkspartei 42, Abgeordnete aus dem besetzten Polen 18, Sozialdemokratische Arbeitsgemeinschaft 18, Sonstige und Parteilos 54.

April     
- Das Börsenblatt für den deutschen Buchhandel meldet für 1915
23558 literarische Neuerscheinungen.
- Nach amtlichen Statistiken kommen in Deutschland  auf ein Wohnhaus 9,3 Personen und 1,9 Haushalte.(Großstädte mit ihren Mietskasernen wurden ausgeklammert.)
Neue Strafen für Verstöße gegen Höchstpreise und das Horten von Waren:
Ein Jahr Gefängnis oder 10 000 Mark Strafe.

Mai
1. Mai: Einführung der Sommerzeit: Um Mitternacht werden die Uhren um eine Stunde zurückgestellt. Sie gilt bis Ende September.

Juni
22. Juni: Bei einem Bombenangriff französischer Flieger auf Karlsruhe kommen
170 Menschen ums Leben, darunter sind 82 Kinder.
-Die Gemeinden dürfen Arbeitsämter zur Vermittlung von Stellen einführen. Arbeitsvermittlung war bisher privatwirtschaftlich.

Juli  
- Einführung einer Tabaksteuer. Zigarren und Zigaretten verteuern sich um bis zu
100 Prozent. Die billigste Zigarre wird jetzt statt 10  12 Pfennig kosten. Zigaretten kosten mindestens 2 Pfennige.
-Einschränkungen für den Fahrradverkehr: Zubehörkauf nur noch mit polizeilicher Genehmigung.
August
- Porto-Erhöhung: Ortsbrief von 5 auf 7,5 Pfennig; Fernbrief von 10 auf 15 Pfennig. Feldpostbriefe bleiben portofrei.
- Einführung der Reichs-Seifenkarte: mtl.50 Gramm Feinseife und 250 Gramm Waschpulver.
- Deutsche Leichtathletikmeisterschaften in Leipzig. Herausragend: Richard Rau
200 Meter  22,4 Sek.
September
- In der Messestadt Leipzig wird die neuerbaute Deutsche Bücherei des Börsenvereins Deutscher Buchhändler eingeweiht.
Oktober
- Einführung der Reichsfleischkarte. 250 Gramm  Fleisch pro Woche.
- Generalversammlung des Bund der Industriellen (BDI). Ihm gehören 204 Berufsverbände und Handelskammern an. Er schließt sich kurz darauf mit dem Zentralverband deutscher Industrieller zum Deutschen Industrieverband zusammen.
- Jahrestagung des Reichsverband der deutschen landwirtschaftlichen Genossenschaften. Ihm gehören 19 000 Genossenschaften mit 2 Millionen Mitgliedern an.
- Einführung der Bezugsscheinpflicht für Damen- und Herren-Oberbekleidung.
November
Für Kunsthonig wird im Deutschen Reich der Höchstpreis auf 0,55 Mark pro Pfund festgesetzt.
- Es werden Reisebrotmarken eingeführt, die im ganzen Reichsgebiet gelten.
- Einführung von 1Pfennig-Münzen aus Aluminium.
- Die deutschen Bahnen streichen die Sonderabteile für Frauen und für Reisende mit Hunden.
- Die Deutsche Reichsbahn gründet die Speisewagen-Gesellschaft Mitropa.
Dezember
- Angesichts der schlechten Kartoffelernte ordnet die Reichsregierung die Beschlagnahme aller Kohlrübenbestände an, um die Ernährung zu sichern. Es wird ein Kriegskochbuch
mit Rezepten für Kohlrübengerichte veröffentlicht.

Gefallene des Jahres 1916 an der Westfront.
Deutsche: 119 2451, Engländer 651 662, Franzosen 876 000


 (Quelle: „Chronik 1916“, Chronik Verlag, Dortmund 1985

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