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Kriegsheimkehrer, Ostflüchtlinge und Heimatvertriebene

In den amtlichen Statistiken - erst von Württemberg-Baden und dann Ba­den-Württemberg - erscheint Crailsheim bis 1950 nur in den für den Kreis Crailsheim wiedergegebenen Zahlen.
Im September 1950 hatte Crailsheim dann
wieder mehr als 10.000 Einwohner, nämlich 10.133 gegenüber 10.977 im September 1939, und wurde in der Statistik nun gesondert ausgewiesen.
Der Anteil der Männer war auf 4.700 gestiegen, d.h. die meisten Kriegsge­fangenen - jedenfalls die aus dem Westen - waren zurückgekehrt.

Flüchtlinge und Heimatvertriebene gab es im Kreis Crailsheim am 15.2.1946 erst 2.147. Es lebten zu diesem Zeitpunkt noch immer 2.230 Evakuierte im Kreis, die aus anderen Teilen Deutschlands während des Krieges dort Schutz vor den Bomben ge­sucht hatten. Die Zahl der Flüchtlinge und Heimatvertriebenen nahm im Laufe des Jahres 1946 schnell zu, die der Evakuierten deutlich ab.

Am 12.4.1 946 hatte die Militärregierung die Stadt Crailsheim zur "Semicritical Housing Area" erklärt. Das bedeutete, dass Crailsheim nur die halbe Quote der sonst auf sie entfallenden Flüchtlinge und Heimatvertriebenen aufneh­men musste.

Am 1. November 1946 beherbergte der Kreis Crailsheim trotzdem 9.142 Flüchtlinge. Das entsprach mit 15,3 Prozent der Bevölkerung knapp dem Landesdurchschnitt von 15,8 Prozent.

Die heimkehrenden Soldaten und Kriegsgefangenen waren verwaltungsmä­ßig kein Problem für die Stadt - sofern sie zu  ihren Familien  und Arbeitsplätzen zurückkehren konnten und einen Entlassungsschein der Alliierten hat­ten. Das war nicht immer der Fall.

Arbeitsplätze gab es nur in genügender Anzahl, wenn man bereit war, in der Landwirtschaft oder auf dem Bau zu arbeiten. Schwieriger war es für die Heimkehrer mit anderen Berufen, für die Kriegsbeschädigten und für die durch die Gefangenschaft Geschwächten. Hier gab es in begrenzter Zahl Umschulungen auch für Verwaltungsstellen. Die Hauptlast trugen die Ange­hörigen und die Betroffenen. Das war Alltag 1945/46.
 

Wie das Problem der nicht offiziell entlassenen Angehörigen der Wehrmacht und das der entflohenen Kriegsgefangenen gelöst wurde, darüber finden sich keine Bekanntmachungen im in den Amtsblättern der Jahre 1945/46. Das wurde inoffiziell mit Augenzudrücken gehandhabt. Jedenfalls ist dem Bruder des Autors nichts geschehen, der 1946 aus einem Kriegsgefangenenlager in Südfrankreich entflohen war. Soviel bekannt ist, wurde kein entflohener Crailsheimer wieder in ein Kriegsgefangenenlager zurückgeschickt.

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