Crailsheim-Zeitgeschichte eine Internetseite von Dr.rer.pol.Armin Ziegler gewünschte Kapitel bitte anklicken
Crailsheim-Zeitgeschichteeine Internetseite von Dr.rer.pol.Armin Zieglergewünschte Kapitel bitte anklicken

Die im Krieg Gebliebenen Crailsheimer

Im Sinne des Wortes "Ein Denkmal" dran

Eine offizielle Namensliste aller im II. Weltkrieg umgekommenen und gefallenen Crailsheimer ist nicht veröffentlicht.
Selbst ihre genaue Zahl ist nicht bekannt. 

Es gibt mehrere Teillisten:
- Eine Liste von 376 Gefallenen aus Crailsheim und Ingersheim
(ohne Altenmünster). Aufgeführt in der Ortsbeilage des Evang. Gemeindeblatts Juni bis September 1950.
- Eine Liste von 79 Gefallenen und 6 durch Bombenangriff Umgekommenen
aus Altenmünster, die Walter Heinkelein zusammengestellt hat (unveröffentlicht).
- Eine Liste von 108 gefallenen ehemaligen Schülern der Oberschule für Jungen Crailsheim, die aber auch auswärtige Schüler umfaßt et (im Archiv des Albert Schweitzer Gymnasiums).
- Die Zahl der Crailsheimer, die bei Bombenangriffen auf Crailsheim umgekommen sind, gibt Hans Gräser in seinem Buch mit 93 an, die in den Kämpfen um die Stadt getöteten Zivilisten mit 44.
Die letzte Zahl wäre wohl sehr viel höher gewesen, hätten nicht die Crailsheimer zwischen erster und zweiter Besetzung die Stadt verlassen, um in den umliegenden Gemeinden das Kriegsende abzuwarten.

In keiner dieser Listen und Zahlenangaben ist die Zahl der Vermissten erfasst.

Im Frühjahr 1950 fand eine sehr eingehende Erfassung der Vermissten durch das Deutsche Rote Kreuz statt. Für Crailsheim wurden damals noch 182 Vermisste der ehemaligen Wehrmacht (darunter eine weibliche Person) gezählt sowie zwei männliche und sechs weibliche Zivilpersonen. Viele dieser Schicksale konnten auch in den Jahren danach nicht geklärt werden und führten dann  nur zu unumgänglichen Todeserklärungen.

Aus diesen Listen (ohne die Schülerliste) addiert sich die Zahl der Crailsheimer, die im Zweiten Weltkrieg den Tod gefunden haben, auf 785 Personen. Eine offizielle Erfassung, wenn sie durchgeführt würde, würde  davon  wahrscheinlich etwas  abweichen.

Die Größenordnung der Verluste ist realistisch.

Die Zahl der indirekt durch den Krieg Umgekommenen ist nicht erfaßbar.

Das "Denkmal dran" für die Crailsheimer, die in der Zeit des Zweiten Weltkrieges ihr Leben lassen mußten, wäre nicht vollständig, wenn man  nicht der deportierten jüdischen Crailsheimer, die in KZ- und Ghetto-Lagern umgebracht und umgekommen sind, gedachte.
 

Armin Ziegler
 
Druckversion Druckversion | Sitemap
© Armin Ziegler