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Eisenbahn

Das Königlich  Württembergische Eisenbahngesetz wurde am 18. April 1843 erlassen und begründete die Königlich Württembergische Staatseisenbahn.

Die Eisenbahn, die so wichtig für die wirtschaftliche Entwicklung von  Crailsheim wurde, erreichte aber die Stadt spät.

Die ersten Strecken-Inbetriebnahmen waren:

22. Oktober 1845     Cannstadt – Untertürkheim
7. November  1845  Untertürkheim – Obertürkheim
20. November 1845  Obertürkheim- Esslingen.

15. Oktober 1846      Cannstadt – Ludwigsburg

11. Oktober 1847      Ludwigsburg – Bietigheim

8. November 1847    Ravensburg – Friedrichshaven

25. Juli 1848            Bietigheim – Heilbronn

Bis Mitte 1854 waren in Württemberg 15 Bahnstrecken erschlossen.  Dann gab es eine mehrjährige Pause – aber Crailsheim war noch immer nicht dran.

Erst ab 1862 durchfuhr die Kocherbahn von Heilbronn aus Hohenlohe bis Schwäbisch Hall.  Am 10. Dezember 1867 wurde Crailsheim erreicht.

Dort war bereits am 15. November 1866 der Anschluss zur oberen Jagstbahn  von Aalen aus in Crailsheim hergestellt worden.

Jetzt war die Bedeutung Crailsheims als Knotenpunkt der ostwürttembergischen Eisenbahnen erkennbar geworden. Das Mehr folgte am 23. Oktober 1869 als die Verbindung nach Bad Mergentheim über Lauda erfolgte. (Der Vollendung  dieses zentralen Eisenbahn-Standorts in Ostwürttemberg kam am 1. Juni  1875 als die Verbindung zur Bayrischen Landesgrenze Richtung Nürnberg eröffnet wurde. Siehe unten)

Der Bau des Bahnhofs in Crailsheim erforderte Erdbewegungen. Im Westen musste Land abgetragen, im Osten  8 Meter Höhe aufgefüllt werden.

Am Verwaltungsgebäude wurde zwischen Februar  und November 1866 gebaut. Herausragend war ein Uhrturm an der Nördlichen Gebäudewand.

Der Zugverkehr erfolgte zuerst auf der der Stadt zugewandten Seite, wurde dann aber schon 1867 durch Gleise auf der Westseite erweitert. Damals fuhren auf der östlichen Seite die Züge nach Aalen, auf der westlichen Seite, die nach Hall und Heilbronn.

1868 wurde ein Eisenbahn-Staatsvertrag mit Bayern  abgeschlossen, der aber erst später seine Tragweite erreichte, nämlich nach dem Bau der Strecke nach Ansbach und Nürnberg,
1874/75.

1874/75 musste deshalb das Bahnhofsgebäude vergrößert werden, da separate  Dienst- und Betriebsträume für die Bayerische und die Württembergische Staatsbahn eingerichtet werden mussten.  Crailsheim war eine sogenannte Wechselstation geworden mit je einem  württembergischem und bayrischen Bahnhofsvorstand – und jeweiligem Personal.

14 Jahre  und sieben Monate dauerte diese Kooperation.

Am 31. Dezember 1889 endete der Staatsvertrag mit Bayern. Die Württembergische Staatsbahn übernahm die bayrischen Anlagen. Die Crailsheimer gaben zum Jahresende1889  für die bayrischen Bahner ein Abschiedsfest.

1886 war man zur zentralen Weichenstellung übergegangen und baute das Stellwerk I im südlichen Bahnbereich, 1892 kam das Stellwerk II im nördlichen Bahnbereich hinzu.

1876 war der erste Schnellzug von Paris nach Prag durch Crailsheim gefahren.

Die Zahl der täglichen Züge stieg schnell an.
1875 waren es 44
1900 78,
1924 84,
1938 141.

 Im Bahnhof beschäftigt waren
1868    6
1886   19
1894   22
1913   29 Personen

1920 übernahm die Deutsche Reichsbahn die Bahnen der Württembergischen Staatsbahnen.

Die Namen der Verantwortlichen für Verwaltung und Betrieb – soweit bekannt – sind in den Kapiteln für die einzelnen beschriebenen Jahre genannt.

Der Untergang des Crailsheimer Bahnhofs 1945 ist im Kapitel „Kriegsende“ unter „Reichsbahn“ beschrieben.

Hauptsächliche Quelle dieses Kapitels: Erich Preuß: Monographie Bahnhof Crailsheim.

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