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Vor 75 Jahren
Juli 1941
Aus den Berichten des Oberkommandos der Wehrmacht
1. Juli

Heute vormittag nahmen deutsche Truppen Riga und Windau. Zwischen Dünaburg und Riga ist die Düna in breiter Front erreicht.
Die deutsche Luftwaffe versetzte am 30. Juni den sowjetischen Kampf- und Jagdfliegerverbänden vernichtende Schläge. Der Feind verlor 280 Flugzeuge, davon 216 in Luftkämpfen. Oberstleutnant Mölders errang seinen 82. Luftsieg.
Nachtangriffe der Luftwaffe richteten sich gegen den Versorgungshafen Cardiff sowie gegen Hafenanlagen an der britischen Ost- und Südküste.
In Nordafrika warfen deutsche Sturzkampfflugzeuge einen britischen Zerstörer in Brand und bombardierten in Tobruk Hafenanlagen  und Ansammlungen des Feindes.
Britische Kampfflugzeuge warfen Bomben auf Wohnviertel im nordeutschen Küstengebiet.
Feindliche Luftangriffe richteten sich in der Nacht gegen Westdeutschland. In Köln wurden Zivilpersonen getötet.
Wehrwirtschaftliche oder militärische Schäden entstanden nicht.

2. Juli
Im Osten sind die Operationen gegen die Sowjetwehrmacht im zügigen Fortschreiten.
Ein großer Teil der ostwärts Bialystok eingeschlossenen Sowjetarmeen wurde endgültig vernichtet. Etwa 100  000 Gefangene, 4000 Panzerkampfwagen und 300 Geschütze wurden gezählt.
Im Verein mit dem finnischen Verbündeten sind gestern Verbände unserer Wehrmacht in Mittel- und Nordfinnland zum Angriff über die sowjetische Grenze angetreten.
Verbände der ungarischen Wehrmacht schlossen sich nach Galizien vorstoßend dem deutschen Angriff planmäßig an.
Die bisher gezählten Gefangenenzahlen belaufen sich auf mehr als 160 000. Bei der Hartnäckigkeit der sowjetischen Verteidigung übersteigen die blutigen Verluste des Feindes die Zahl der gefangenen um ein Mehrfaches. Die eigenen Verluste sind im Gesamten erfreulich gering.
Im Kampf gegen Großbritannien versenkten Unterseeboote im Nordatlantik drei Handelsschiffe mit zusammen 11 500 BRT.

3. Juli   
Gestern haben deutsche und rumänische Verbände aus der nordöstlichen Moldau heraus den Pruth überschritten und befinden sich auf dem Vormarsch.
Damit sind die verbündeten Armeen auf der ganzen Front zwischen Schwarzem Meer und Nördlichem Eismeer zum Angriff angetreten.
Im Kampf gegen Großbritannien versenkte die Luftwaffe gestern Nacht  ein Handelsschiff von 5000 BRT und bombardierte Hafenanlagen in Südost und Südengland.
Der Feind warf letzte Nacht an verschiedenen Orten Nordwestdeutschlands Spreng- und Brandbomben. Wohngebäude wurden  unter anderem in Bremen und Oldenburg getroffen.
Kriegsmarine und Luftwaffe versenkten im Juni 768950 BRT Handelsschiffraums. Unterseeboote waren mit 417450 BRT beteiligt.

4. Juli
In der Mitte der Angriffsfront wurde die Beresina an mehreren Stellen überschritten. Nördlich davon wurde die lettisch-russische Grenze erreicht.
Tages und – Nachtabgriffe richteten sich gegen Hafenanlagen im Südwesten und Südosten der britischen Insel.
Der Feind warf in der letzten Nacht an verciedenen Orten West- und Nordwestdeutschlands Spreng- und Brandbomben.  In Bremen und Dortmund entstanden Verluste der Zivilbevölkerung.

6. Juli
Im Osten laufen die Operationen gegen die sogenannte Stalin-Linie planmäßig.
Die Zahl der Gefangenen ist auf 300 000 gestiegen.
Unterseeboote versenkten im Atlantik sechs Handelsschiffe.
In Nordafrika scheiterte ein Ausbruchsversuch britischer Panzer aus Tobruk am Feuer der deutsch-italienischen Artillerie.
Der Feind warf in der letzten Nacht in Westdeutschland Spreng- und Brandbomben. Die Zivilbevölkerung hatte größere Verluste an Toten und Verwundeten. Münster und Bielefeld waren besonders betroffen.
Unter dem Druck der Umklammerung sind gestern wiederum 52 000 Soldaten der Sowjetarmee übergelaufen.

7. Juli
In Bessarabien sind die deutschen und rumänischen Truppen im fortschreitenden Angriff. Czernowitz ist genommen.
Kampfflugzeuge bombardierten vergangene Nacht Flugplätze in Mittelengland und Hafenanlagen an der Südküste Englands. Die Verminung englischer Häfen wurde fortgesetzt. Der Feind warf Spreng- und Randbomben  in verschiedenen Städten Westdeutschlands. In Köln und Münster entstanden größere Schäden in Wohnvierteln.

10. Juli
Die Operationen im Osten schreiten unaufhaltsam vorwärts. An der finnischen Front wurde nach mehrtägigen Kämpfen Salla durch deutsche Verbände genommen.
In Nordafrika wurden örtliche Vorstöße feindlicher Panzer aus Tobruk abgewiesen.
Britische Kampfflugzeuge  bombardierten in der letzten Nacht verschiedene Städte Westdeutschlands. Die Krankenanstalt Bethel bei Bielefeld wurde abermals mit Brandbomben belegt.

20. Juli
Im Raum Smolensk verlaufen die Operationen weiterhin planmäßig.
Kampfflugzeuge bombardierten militärische Anlagen in Mittel- und Ostengland.
Britische Kampfflugzeuge warfen in der letzten Nacht in Nordwestdeutschland – vor allem in Hannover – Spreng- und Brandbomben.


25. Juli
Die Operationen im Osten schreiten auf der gesamten Front unter teilweise harten Kämpfen planmäßig fort. Einzelne Kampfflugzeuge belegten in der Nacht Anlagen im Ostteil der Stadt Moskau und im Kreml mit Bomben.
Große Mengen an Gefangenen und Kriegsmaterial werden täglich eingebracht.
Britische Kampfflugzeuge warfen in der letzten Nacht  im nordwestdeutschen Küstengebiet Spreng und Brandbomben. Die Zivilbevölkerung erlitt Verluste.

27. Juli
Kampfflugzeuge griffen auch in der letzten Nacht Verkehrsanlagen und Versorgungsanlagen in Moskau mit guter Wirkung an. Die Operationen an der gesamten Ostfront wurden mit Erfolg fortgesetzt.
In Südost-England bombardierte die Luftwaffe in der vergangenen Nacht wehrwirtschaftliche Anlagen.
Bei einem Tagesangriff auf Wohnviertel der Stadt Emden hatte die Zivilbevölkerung Verluste.

30. Juli
Versuche des Gegners, seine ostwärts von Smolensk eingeschlossenen Kräfte durch Entsatzangriffe zu befreien, wurden abgewiesen.
Unterseeboote versenkten im Kampf gegen stark gesicherte britische Geleitfahrzeuge
19 Handelsschiffe mit zusammen 116500 BRT, sowie einen Zerstörer und eine Korvette. Kampfflugzeuge bombardierten  Hafenanlagen von Great-Yourmouth und einen Flugplatz in Ostengland.
Deutsche Kampfflugzeuge griffen ein britisches Barackenlager bei Marsa Matruk an. Am Suezkanal wurden in der Nacht zum 29. Juli militärische Anlagen bombardiert.
In der  Atlantikschlacht haben sich die Unterseeboote unter Führung von Kapitänleutnant Mützeburg, Kapitänleutnant Bauer und Oberleutnant zur See Schüler besonders ausgezeichnet.

31. Juli
Die deutschen Kräfte verfolgten den in der Ukraine geschlagenen Gegner und stießen tief in die Rückzugsbewegungen ein. Die Einschließung des Gegners ostwärts Smolensk wurde weiter verengt.
An einigen Orten Westdeutschlands  warfen britische Flugzeuge in der vergangenen Nacht Spreng- und Brandbomben. Die Zivilbevölkerung hatte Verluste an Toten und Verwundeten.

 

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