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Die Landwirtschaftlichen Bezirksfeste

1840 und 1841 wurden in Crailsheim zwei Vereine gegründet, die später mit zu den wichtigsten Trägern des Volksfestes wurden:

Am 22. Februar 1840 findet im Gasthaus „Zum Lamm“ die Gründungsversammlung des „Gewerbs- und Bürgerverein“ statt.  Er wird später nur noch Gewerbeverein genannt.

Am 5. Januar 1841 erschien im Amtsblatt eine  Anzeige des Oberamtmann Schwarz, der nach Absprache mit Ortsvorstehern zum Beitritt in einen zu gründenden landwirtschaftlichen Verein des Oberamtes auffordert. Der Beitrag wird schon auf 30 Kreuzer festgelegt.

Am 2. Februar 1841 gründen 67 Freunde der Landwirtschaft im Gasthaus „Zum Lamm“ den „Landwirthschaftlichen Bezirks-Verein für das Oberamt Crailsheim.“ Vorstand wird Oberamtmann Schwarz, Sekretär Verwaltungsaktuar Stadtmüller und im gewählten 26köpfigen Ausschuss der Orte ist als Crailsheimer der Stadtrat Ziegler. Der Verein wird später meist nur Bezirksverein genannt.

Zu den Aktivitäten gehören der Aufbau einer Bibliothek und die Anschaffung eines   
speziellen Pflugs, den die Mitglieder sich ausleihen können. Der Verein bekommt auch eine eigene Fahne.

Die hier interessierende historische Bedeutung erhält der Verein durch seine Gründung des
Landwirtschaftlichen Bezirksfestes. Die erfolgte anlässlich des 25jährigen Regierungsjubiläums von König Wilhelm I., das zusammen mit seinem Geburtstag im September 1841 begangen wurde.

Es gab einen Festzug vom Rathaus  zu den Kirchen mit anschließendem Festmahl im Festsaal des „Goldenen Ritter“ und nach der Mittagspause um 3 Uhr ein Wettschießen der Bürgerwache und anderer Teilnehmer im Wasserstall. Abends gab es einen Ball im   Ritterwirthssaal.

1842 wurde eine öffentliche Viehprämierung mit dem wie  im Vorjahr begangenen Geburtstagsfest abgehalten.

1843 verband der Gewerbeverein das Fest mit einer Industrieausstellung.

Das Bezirksfest war jetzt jährlich etabliert. Der Vergnügungsteil nahm zu, die Wirte engagierten sich, eine Lotterie wurde Bestandteil. Nur „die Zeitereignisse 1848“  machten  es ratsam, nicht öffentlich zu feiern. Es ging aber 1849 schon wieder programmgemäß weiter.

1868 fällt auf, dass ein Ballonaufstieg, Schaubuden  und ein Feuerwerk erwähnt werden.
Die Viehprämierungen sind immer Bestandteil.
Der Festzug – jetzt immer mit Bürgerwache und Vereinen - geht jetzt vom Marktplatz direkt zu Festplatz.  Dort ist auch schon eine Festhalle errichtet.   

1870 fällt wegen der Kriegserklärung Frankreichs an Preußen die Industrieausstellung weg.


Die erreichte  Normalität am Beispiel von 1882:
Der Festzug beginnt immer mit der Bürgerwache, dahinter wird jetzt jedes Jahr ein Verein herausgestellt. Dann:  Veteranenverein, Freiwillige Feuerwehr, Turnerbund, Stadtkapelle, Feuerwehrkapelle. Weitere Vereine und Institutionen..

Am Festplatz an der Satteldorfer Straße: Lotteriebude, Schießstand, Karussell, Zirkus, Tribüne, Ausstellungen.
Sonntag: Schauturnen, in drei Wirtschaftszelten Kapellen,  

1887 gibt es eine neue Fahne für den Bezirksverein. Der inoffizielle Name der Veranstaltung ist jetzt schon Volksfest.
Es gibt jetzt mehr Bewirtungszelte: 2 x Bier, Wein, Cafe.
Die Ausstellungen bekommen mehr Platz: Landwirtschaftliche Maschinen und Geräte, Bienen, Blumen.

Das auch  von den kommunalen Gremien so genannte Volksfest beginnt 1901.
Das wird ein neues Kapitel.


 

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© Armin Ziegler