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Bombenangriffe im April 1945
Quelle:Konrad Rahn: Kriegschronik der Stadt Crailsheim

1. April


Am 1. April (Ostersonntag) waren mittags und nachmittags kurze, aber ziemlich heftige Angriffe auf die Stadt, die jedoch nur geringe Schäden anrichteten.
Am Vormittag ge­
gen 10:30 Uhr wurde ein Eisenbahnzug mit Betriebsstoff auf der Strecke zwischen Crailsheim und  Tiefenbach getroffen und brannte unter starker Qualmentwicklung aus.

Am Nach­
mittag wurde das Eisenbahn-Betriebswerk getroffen, wobei vier Lokomotiven vernichtet wurden. In Satteldorf wurde ein Per­sonenzug von einer Bombe getroffen, wobei es einen Toten und neun Schwerverletzte gab.


4. April

Der 4. April brachte einen schweren Großangriff,

bei dem die ganze Stadt mit Spreng- und Brandbomben belegt wurde und der die Fabriken des Industriegeländes fast gänzlich vernichtete.

Das Sägewerk Speer & Gscheidel, die Marmeladenfabrik von Bour­zutschky, die Kleiderfabrik Habelt, die Lederbekleidungsfabrik Hohensstein, die Möbelfabrik König, die Schuhfabrik Möbus, die Werkzeugfabrik Kaltenbach, die Schlackenverwertung Paul Illig und die Bezirksmolkerei brannten zum größten Teil total aus und auch das Mauerwerk wurde durch Sprengbomben weithin zer­stört,.

Was von den Bahnanlagen noch vorhanden war, fiel der restlosen Vernichtung anheim.

In der Stadt wurden viele Häuser zerstört. Die Brunnenstraße und die Kronprinzenstraße wurden völlig vernichtet. Auch in
der Schießbergstraßeg Ackerstraße, Sandgrubenstraße und Öelbergstraße hatten viele Häuser Schaden gelitten.

Die
Häuser von Kern und vom Lokführer Rüssel in der Schieß­bergstraße brannten ganz aus, das Bartenbachsche Haus wurde schwer beschädigt. Herr und Frau Kern sind bei diesem Angriff ums Leben gekommen.

Das Rohrnetz der
Wasserleitung und das Leitungsnetz der Stromversorgung erlitten weitere schwere Schäden.

Sehr schwer waren auch die Verluste auf dem Flugplatz wo fast die gesamte Belegschaft der Feuerwehr das Leben ein­büßte.

Darunter befanden sich mehr als 20 junge Wehrmachthelferinnen, die erst vor wenigen Tagen aus Mergentheim und
anderen Orten hierher versetzt worden waren.

 

Der Gebäude- und Materialschaden auf dem Flugplatz war beträchtlich.
Etwa 40 Prozent
aller Gebäude war vernichtet. Eine Halle war völlig ausgebrannt, eine andere weitgehend zer­stört. Die Werft war ebenfalls fast ganz demoliert und das Rollfeld durch Bombentrichter unbrauchbar geworden.



 

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© Armin Ziegler