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Luftkrieg 1943

Im II. Weltkrieg nahmen alle Kriegführenden  keine Rücksicht auf die Zivilbevölkerung. Das stand nur auf dem Papier.
Es gab aber ab 1943 „eine neue Qualität“.

Auf der Konferenz in Casablanca im Januar 1943 war zwischen dem ameri­kanischen Präsidenten Roosevelt und dem britischen Premierminister Churchill eine neue Luftkriegsstrategie vereinbart worden. Danach sollten die Amerika­ner die Präzisionsangriffe tagsüber durchführen, die Briten die Flächenbombar­dierungen nachts weiterführen.

Das auch offiziell nie geleugnete Ziel des Bom­benkrieges gegen Deutschland war die Zerstörung der Moral der Zivilbevölke­rung, vor allem auch der arbeitenden Bevölkerung.

Dafür wurde eine weitere Steigerung der Angriffe vereinbart. Sie wurde schon 1943 gegenüber 1942 durch eine Verfünffachung der Bombentonnagen auf rund 400.000 Tonnen erreicht. 1944 trat gegenüber 1943 nochmals eine Vervierfachung auf rund 1.600.000 Tonnen ein.

Außerdem wurden die technischen und strategischen Möglichkei­ten weiter entwickelt, so die Mehrfach-Angriffe hintereinander auf dieselbe Stadt in die Rettungsarbeiten hinein, das Legen von Flächenbränden, die den Erstickungstod in Luftschutzkellern verursachten, sowie der Einsatz von schwer löschbaren Phosphorkanistern und Bomben mit Zeitzündern.

Hinzu kam nach der Invasion im Sommer 1944 der vermehrte Einsatz von Tieffliegern von Flug­plätzen in Frankreich aus, deren Angriffe nicht nur gegen militärische Ziele, sondern auch gegen sogar einzelne Zivilpersonen geführt wurden.

Die Städte und ihre Menschen wurden auch in Württemberg im Laufe der Jahre 1944 und 1945 immer gnadenloser dem Luft­krieg ausgesetzt.


 

In Württemberg wurde vor allem im Laufe des Jahres 1944 mit den Großan­griffen gegen Friedrichshafen, Stuttgart, Ulm und Heilbronn klar, dass der an anderer Stelle beschriebene   Luftschutz diesem Luftkrieg nicht mehr gewachsen war. Einen anderen gab es aber nicht. Der Schutz durch Flakabwehr war längst nicht mehr ausreichend, Schutz durch deutsche Jäger gab es immer seltener.

(Heilbronn 4. Dezember 1944: 6 530 Tote;  Pforzheim, 23. Februar 1945: 17.000 Tote.)

Der Luftkrieg wurde 1945 bis zum letzten Tag vor dem Waffenstillstand auch nach der militärischen Niederlage auf bis dahin noch nicht betroffene unbesetzte Orte fortgesetzt.

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© Armin Ziegler