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Captain Lawton

Captain Lawton war die tragende Kraft der Town Meetings.

Eine Ausführung in Goldbach am 9. September 1948 zeigt den Geist seines Handelns besonders deutlich (meine Übersetzung):

Capt. Lawton: „Ich möchte Ihnen (den Anwesenden) eine Frage stellen. Gibt es etwas an der Militärregierung in Crailsheim zu kritisieren? Ich weiß, es gefällt Ihnen nicht, dass ich da bin – aber ich bin nun mal hier. Gibt es etwas zu kritisieren an dem für was ich verantwortlich bin? Sprechen Sie es aus, einerlei, ob es gering oder schwerwiegend ist. (Zwischenruf: Seit Sie da sind als Captain in Crailsheim, gab es keine Anordnung, die wir nicht tragbar fanden.)
Sie müssen voraussetzen, dass ich kaum für die allgemeinen Vorschriften der Militärregierung verantwortlich bin. Als ich nach Crailsheim kam, war es nicht meine Absicht, irgendjemand zu beschuldigen oder zu verfolgen. Ich wollte Freund sein und Freunde gewinnen.

Aus meiner Sicht ist der Krieg vorbei und endgültig beendet. Wir leben jetzt in einer anderen Zeit. Es gibt viel Arbeit - und wenn wir nicht zusammenarbeiten, schaffen wir es nicht. Meine Zeit in Crailsheim war bisher zufriedenstellend für mich und friedlich. Ich habe Fehler gemacht und werde wohl auch noch welche machen. Ich gebe aber mein Bestes. Meine Leitsätze - und das sind die der US Militärregierung – gehe davon aus, dass Sie sich selbst regieren sollen. Das geschah bisher mit einem gewissen Maß von Überwachung und Kontrolle, was nur natürlich ist.

Die Zeit ist nahe, da die Militärregierung aus Ihren Meldungen im Radio und in den Zeitungen verschwindet. Sie sollen offen reden und kritisieren – und ihre öffentlichen Institutionen mitbestimmen. Lassen Sie niemanden wieder Ihnen den Mund verbieten!
Hier ist niemand im Saal, der nicht das Recht hat, offen zu sagen, dass er das Tun der Militärregierung nicht für richtig findet. Ein berühmter Franzose hat einmal gesagt:
Ich mag nicht, was Sie sagen, aber ich verteidige Ihr Recht, es zu sagen.

 

 

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© Armin Ziegler