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Die schwäbische Mundart
Aus der Einführung eines Aufsatzes von August Lämmle
in „Schwäbisches Heimatbuch 1915“.

Wer unsere Mundart kennt, der liebt sie.
Sinnlichkeit und Fröhlichkeit ist ihr Wesen.

Sie und unser Land sind ein Ding.

Sie ist rauh und wuchtig wie der Felsen der Alb.
Sie ist derb und kräftig wie Acker, Wald und Luft
und an Lieblichkeit gleich dem verborgenen Wiesental.
Sie ist voll Erdenschwere.

Sie hat den Bodengeschmack, den wir am Wein lieben.
Als ein Kind der Natur gleicht sie dem Riesen, der von seiner Mutter Erde bei jeder Berührung neue Kraft erhält.

Darum ist sie eine lebendige Sprache.
Sie ist ungeheuer reich an Naturbegriffen, sie ist arm an Kulturbegriffen.
Sie ist wie geschaffen für Aufrichtigkeit. Sie redet von der Leber weg, und man kann mit ihr trefflich die Wahrheit sagen.

Für Schmeichelei und Sentimentalität ist sie zu plump.
Sie hat tausend Formen für Kraftausdrücke, Übertreibungen, Derbheiten, Neckereien und Schelmereien.

Ihre Zartheit erschöpft sich in dem einzigen lieben „le“.
Dieses aber genügt Allerwegen und man spürt keinen Mangel.

Sie ist konkret. Für das Abstrakte holt sie Gleichnisse und Bilder aus der Natur und Leben.
Sie nennt die Sache und verzichtet auf Form,

Ihre geprägte Münze ist unübertrefflich an Kürze, Schlagkraft und Klarheit.


 

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© Armin Ziegler