Crailsheim-Zeitgeschichte eine Internetseite von Dr.rer.pol.Armin Ziegler gewünschte Kapitel bitte anklicken
Crailsheim-Zeitgeschichteeine Internetseite von Dr.rer.pol.Armin Zieglergewünschte Kapitel bitte anklicken

Crailsheim 1947

Militärregierung Crailsheim

Zum Jahresanfang 1947 leitete die Militärregierung Crailsheim Capt. Ronald Alley sein Stellvertreter war Lt. James Mitchel.

Im Januar 1947 waren 5 Amerikaner Angehörige der MG, beschäftigt waren außerdem 24 Deutsche, darunter 6 sogenannte Investigator, die ausführliche Berichte über Veranstaltungen in Crailsheim schrieben.

Über jede Gemeinderats- und Kreisratssitzung gibt es in den OMGUSWB Unterlagen im Staatsarchiv Ludwigsburg ausführliche Berichte.

Ab März 1947 übernahm Capt. Robert Lawton die Miliärregierung Crailsheim, sein Stellvertreter war Lt. Lyyn Keck.

Am Jahresende 1947 bestand der Militärregierung aus 4 Amerikanern, angestellt waren nur noch 11 Deutsche, darunter 4 Investigator.

Überwacht wurden praktisch alle öffentlichen Aktivitäten in Crailsheim. Der "Weekly Intelligence Report" an die vorgesetzte Dienststelle beinhaltete diese Abschnitte: Summary of the Situation; Political Intelligence; Economics; Sociological (U.a. Kirche und Jugend); Secutity; Legal; Denazification. Grundlage waren regelmäßig abzugebende Meldungen der Dienststellen der öffentlichen Verwaltung und eigene Recherchen der MG sowie Konferenzen mit dem Landrat. Regelmäßig wurden auch Bürgermeisterämter des Kreises besucht.

Gemeinderat

Zu Beginn des Jahres 1947 bestand der Gemeinderat aus den Mitgliedern, die am 27. Januar 1946 gewählt worden waren. Sie waren aus zwei Listen hervorgegangen, die noch nicht unter Parteinamen firmierten, sondern sich „Allgemeine Wählervereinigung“ (stark CDU geprägt) und „Aufbauwillige“ nannten, (stark SPD und Gewerkschaft)  geprägt.
Es waren für die

„Allgemeine Wählervereinigung“            Aufbauwillige
Friedrich Fach                                           Karl Breitner
Ernst Schäffer                                           Friedrich Bertsche
Georg Feuchter                                         Leonhard Schmieg
Josef Scheurer                                          Julius Habermaier
Julius Denneler                                         Johann Braun
Georg Abelein                                          Friedrich Uhde (Ingersheim)
Julie Pöhler                                               Goegr Heißwolf (Altenmünster)
Leonhard Kunder
Friedrich Kaiser (Ingersheim)
Otto Schwarz (Altenmünster)
Friedrich Kreisel (Altenmünster)

Neuwahlen fanden am 7. Dezember 1947 statt.

Am 20. März 1946 war Fritz Schatz zum Bürgermeister gewählt worden, da Wilhelm Gebhardt u.a. wegen seiner Partei- und SA-Zugehörigkeit entlassen worden war.

Aus den Berichten der Militärregierung geht die Behandlung dieser Themen im Jahr 1947 hervor:

Die Hauptthemen des Gemeinderats 1947

Diese Themen wurden 1947 im Gemeinderat häufig mehrfach behandelt und zeigen weitgehend die Probleme der Stadt in diesem Jahr.

- Stadtplanung. (Vorstellung anhand eines Modells, Bürgerversammlung am 22.3.47)

- Beschaffung von Baumaterial.

- Mangel an Holz, auch für Heizzwecke.

- Aufbau Gaswerk.

- Absetzung von Herrn Gotthilf Lindenmeyer durch die MG - und seine Wiedereinsetzung.

- Trümmerbeseitigung und -verwertung, Einsatz von Auftragsfirmen.

- Bauland-Umlegung.

- Entschädigungen im Rahmen der Bauland-Umlegung.

- Nutzung des ehemaligen Fliegerhorsts.

- Straßenzustand und Priorität der Ausbesserung (Alter Postweg, Kronprinzenstraße)

- Haushaltplan, Erhebung städtischer Steuern.

- Debatte  um Ausgliederung von Altenmünster und Ingersheim.

- Schulspeisung.

-  Erwerb von zwei ehem. Wehrmachtsbaracken für die Oberschule. Der Aufbau am Rande des Volksfestplatzes erfolgte durch die Schüler der damaligen 8. (12.)  und 9. (13.) Klasse.

-  Einrichtung der Volkshochschule.

-  Patenschaft Worthington, Einsetzung des Worthington-Komitees, Wahl der Mitglieder.

-  Parkplätze in der Stadt.

-  Bauprojekte Landwirtschaftsschule, Oberschule, Erweiterung Leonhard-Sachs-Schule.

-  Wiedereinstellung von Polizeibeamten.

-  Rationalisierung der Fertigung von Trümmer-Bausteinen.

-  Berichterstattung über Neubau-Wohnungen.

-  „Sittliche Verkommenheit" auf dem ehemaligen Fliegerhorst.

-  Strafverfolgung des ehem. Kreisleiters Haenle.

-  Baulinien und Straßenführung, pro und kontra Arkaden.

-  Schuldenlast 1947.

- Architekten-Preisausschreiben für den Wiederaufbau des Rathausturms.

-  Strommangel, Auswirkung auf Handwerksbetriebe.

-   Ehemaliger jüdischer Besitz als Problem für die Bauland-Umlegung.

-  Ablehnung der 45-Stundenwoche für städtische Arbeiter.

-  Fehlschlag der Wiederaufbau-Lotterie.

-  Verschiebung der Instandsetzung des Alten Postwegs in das Jahr 1948.

 



Gute Nachrichten aus 1947:


25. April 
Eine im März gegründete Theatergemeinde eröffnet ihre   Vorstellungsreihe mit „Der Mustergatte“ der Heidenheimer Kammerspiele.

27. April       
Mit einem Festakt im Frankonia-Filmtheater wird die städtische Volkshochschule Crailsheim eröffnet. Leitung Studienrat Bechtel.

31. Mai         
Das von der Stadt wieder hergerichtete und mir Umkleideräumen versehene

Freibad an der Jagst - Eingang Grabenstraße - wird eröffnet – und kostet jetzt  Eintritt. Es hat eine große Liegewiese – und ein Sprungbrett.

Juni              
Der „Sonderkurs“ der Oberschule - für Kriegsteilnehmer eingerichtet - macht das  Abitur. Die Abiturienten: Hermann Fick, Paul Geltz, Fritz Haas, Fritz Pratz, Walter Rössler, Wilhelm Zeuner. Ein Mädchen durfte mitmachen: Monika Fritz.

5. Sept.        
Es findet ein viertägiges - noch nicht wieder Volksfest genanntes -  „Sommerfest“ auf der Volksfestwiese mit Vergnügungspark statt.


Druckversion Druckversion | Sitemap
© Armin Ziegler