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Chronologie des totalen Krieges

21. März 1942
Ernennung von Gauleiter Fritz Sauckel zum Generalbevollmächtigten für den Arbeits-

einsatz. Die Aufgabe: Steuerung aller Arbeitskräfte nach kriegswirtschaftlichen Bedürfnissen, so z.B. verantwortlich für den Einsatz ausländischer Arbeitskräfte und Mobilisierung aller ungenutzten Arbeitskräfte im Reich.

22. November 1942
Bestellung von General von Unruh zum Sonderbevollmächtigten für den zweckvollen Einsatz von Kräften im Bereich der Wehrmacht (im Landser-Jargon: Heldenklau).

13. Januar 1943
Erlaß Hitlers über den umfassenden Einsatz von Männern und Frauen für Aufgaben der Reichsverteidigung. U.a. Meldung aller noch nicht erfaßten Männer vom vollendeten 16. bis vollendeten 65 Lebensjahr, Frauen vom vollendeten 17. Bis vollendeten 50. Lebensjahr für den Arbeitseinsatz. Stillegung von Betrieben, die nicht ganz oder überwiegend Aufgaben der Kriegswirtschaft oder der Sicherung des lebenswichtigen Bedarfs dienen. (Der Erlaß wurde unter dem Eindruck der hohen Verluste an der Ostfront – besonders bei Stalingrad – gegeben.)

14. – 25. Januar 1943
Konferenz zwischen Roosevelt und Churchill in Casablanca. U.a. wird der strategische Bombenkrieg gegen Deutschland beschlossen. Roosevelt etabliert als Kriegsziel die bedingungslose Kapitulation (unconditional Surrender) Deutschlands.

26. Januar 1943
Verordnung zum Einsatz von Schülern als Luftwaffenhelfer (HJ). Eingezogen wurden die Jahrgänger 1926 und 1927 im Laufe des Februar 1943, die aber im Laufe des Jahres dann auch zur RAD und Wehrmacht eingezogen wurden (und im Januar durch die Angehörigen des Jahrgangs 1928 abgelöst wurden.)
 
18. Februar 1943
Kundgebung im Berliner Sportpalast mit Ausrufung des totalen Kriegs durch Josef Goebbels. „Wollt Ihr den totalen Krieg?“

10. Juni 1943
Beginn der Bombenkriegs-Offensive gegen Deutschland: amerikanische Präzisions-

angriffe am Tage, englische Flächenbombardierungen bei Nacht.

27. Juli 1943
Errichtung von Gauarbeitsämtern (jeweils der Bezirk eines Reichsverteidigungskommissars) zur besseren Erfassung und Zuordnung von Arbeitskräften.

2. September 1943
Albert Speer – bisher seit 8.2.1942 Reichsminister für Bewaffnung und Munition – wird Reichsminister für Rüstung und Kriegsproduktion mit erweiterten Befugnissen.

28. November bis 1. Dezember 1943
Konferenz in Teheran zwischen Roosevelt, Churchill und Stalin. Beschluß der Besetzung Deutschlands und Aufteilung in Besatzungszonen, Entnazifizierung und Entmilitarisierung, außerdem Abtrennung von Gebieten Deutschlands im Osten.

27. November 1943
Führererlaß zur Stärkung der Fronttruppen durch Auskämmen der Heimattruppen für Verwaltung und Versorgung. Mindestens eine Million Männer sollen durch diese Aktion
dem Fronteinsatz zugeführt werden.

12. Dezember 1943
Führererlaß zur weiteren Verminderung des hauptamtlichen Personalstandes der Partei. Betroffen sind die kriegsverwendungs- und garnisionsverwendungsfähigen Jahrgänge 1906 und jünger.

Januar 1944
Der Jahrgang 1928 der Schüler wird als Luftwaffenhelfer aufgerufen und eingesetzt.

5. April 1944
Beginn einer Luftoffensive gegen die rumänischen Erdölfelder, die für die deutsche Kriegsführung wichtig sind. Am 12. Mai 1944 konzentrierte Angriffe gegen Werke zur synthetischen Treibstofferzeugung in Deutschland (u.a. Merseburg, Tröglitz, Böhlau).

6. Juni 1944
Beginn der alliierten Invasion in Frankreich.

12, Juni 1944
Beginn des V-1 Beschusses von London:

 

20. Juli 1944
Mißglücktes Attentat von Oberst Graf Stauffenberg.

20. Juli 1944
Ernennung Himmlers zum Befehlshaber des Ersatzheeres.

25. Juli 1944
Ernennung von Goebbels zum Reichsbevollmächtigten für den totalen Kriegseinsatz.
Nochmalige Verstärkung der Mobilisierung von Arbeitskräften für den Kriegseinsatz und
für die Wehrmacht.

16. August 1944
Anordnung für die Durchführung des totalen Kriegseinsatzes

August 1944
Im Rahmen der Maßnahmen des totalen Krieges ist Goebbels für die Bereitstellung der von der Wehrmacht zur Verfügung zu stellenden Menschen zuständig, mit denen die großen eingetretenen Verlust ersetzt und zusätzliche 25 Divisionen aufgestellt werden sollen. Die sogenannte Quote für August 1944 ist mit 300.000 Mann festgesetzt.
Den einzelnen Gauen (Reichsverteidigungsbezirken) werden von Goebbels Einberufungskontingente auferlegt, die auf die einzelnen Berufsgruppen umgelegt werden.

September 1944
Aufstellung des Flakwaffenhelferinnenkorps. 100.000 aktive oder gediente Angehörige des weiblichen Reichsarbeitsdienstes.

Die Quote zur Bereitstellung von Personal für die Wehrmacht ist für den September auf 400.000 Mann festgesetzt. Die Luftwaffe soll 100.000 Mann freigeben, die Rüstungsproduktion soll 50.000 bisher Uk-gestellte Facharbeiter beitragen und das Heer den hauptsächlichen Rest aus Verwaltungsstellen „auskämmen“.

8. September 1944
Abschuß der ersten V-2 gegen England.

11. – 16. September 1944
Konferenz in Quebec zwischen Roosevelt und Churchill. Akzeptierung des vom amerikanischen Finanzminister Morgenthau entwickelten Plans zur Behandlung Deutschlands nach Kriegsende, der u.a. die Entindustrialisierung und Zurückführung Deutschlands zum Agrarland vorsah. Er wird am 22.9.1944 nach interner Kritik zurückgezogen, blieb in Deutschland aber Teil der Durchhalte-Propaganda.

16. September 1944
Erlaß des Reichsministers des Inneren an die Reichsverteidigungskommissare zum
Schanzeinsatz von nicht mehr kriegsverwendungsfähigen Männern und vor allem Angehörigen der HJ. Es wurden Jungs ab 15 Jahren und Mädchen ab 16 Jahren eingesetzt, die Mädchen nur zu Betreuungsarbeiten. Die Jungs wurden in Lagern untergebracht. Die einzelnen Gaue hatten Kontingente und Einsatzgebiete auch in anderen Gauen.

25. September 1944
Erlaß Hitlers zur Bildung des Volkssturms zur Erfassung aller „waffenfähigen“ deutschen Männer zwischen 16 und 60 Jahren.

 Oktober 1944
Die Quote für die Bereitstellung von zusätzlichen Kräften für die Wehrmacht ist für den Monat Oktober auf 244.000 Mann festgesetzt. Dazu soll Speer 100.000 Mann bisher für die Rüstungsproduktion Uk-Gestellte beitragen. Er wehrt sich vehement gegenüber
Goebbels, der die Alternative Waffen o d e r Soldaten nicht akzeptiert. Hitler entscheidet sich gegen Speer.
 
21. Oktober 1944
Die US-Truppen besetzen als erste deutsche Stadt Aachen.

10. Dezember 1944
Erlaß des Führers zur Überprüfung der Wehrmacht, Waffen-SS und Polizei im Heimatkriegsgebiet zur Freimachung von Soldaten für die Front. Bildung von Kommissionen aus Partei und Wehrmacht in jeden Gau zur Durchführung.

Dezember 1944
Aufstellung des Wehrmachthelferinnenkorps

16. – 24.12.1944
Beginn und Ende der letzten deutsche Offensive im Westen (Ardennen-Offensive).

9. Januar 1945
Erlaß es Reichsinnenministers zur Notdienstverpflichtung von 150.000 Wehrmachtshelferinnen, die Luftwaffenangehörige ersetzen sollten, die für den Wehrmachtseinsatz freigemacht werden sollte. 5.700 im Gau Württemberg Hohenzollern. Die Arbeitsämter mußten Listen aufstellen, die Landratsämter die Notdienstverpflichtung vornehmen.

12. Januar 1945
Beginn der sowjetischen Offensive an der Weichsel. Ende Januar geht das oberschlesische Industrierevier verloren.

20. Januar 1945
Durch Führererlaß wird der vom 27.11.1943 auf die Jahrgänge 1901 bis 1905 für die Feldwehrmacht und für die Ersatzwehrmacht auf die Jahrgänge 1897 bis 1905 ausgedehnt. Die am 10.12.1944 eingesetzten Kommissionen sind dafür zuständig.

Anfang Februar 1945
Einrichtung eines weiblichen Hilfsdienstes für den Volkssturm durch den Leiter der Parteikanzlei. Die Frauen und Mädchen sollten zur Beschleunigten Ausrüstung und Bekleidung des Volkssturms beitragen.

2. – 12. Februar 1945
Konferenz zwischen Roosevelt, Churchill und Stalin in Jalta. U.a. endgültiger Beschluß über die Aufteilung Deutschlands in vier Besatzungszonen. Festlegung der Oder-Neiße-Grenze als deutsche Ostgrenze.

13. und 14. Februar 1945
Zerstörung Dresdens durch britische und amerikanische Luftangriffe, sehr hohe Zahl deutscher Opfer, darunter viele Flüchtlinge.

7. März 1945
Amerikaner überschreiten den Rhein bei Remagen. Besetzung Kölns.

18. März 1945
Albert Speer überreicht Hitler eine Denkschrift mit der Darstellung, daß Deutschland  vor allem durch die Ausfälle bei der Kohleversorgung in wenigen Wochen den Krieg militärisch nicht mehr fortsetzen kann. Er wendet sich gegen die Zerstörung von Industrie-, Verkehrs- und Versorgungsanlagen, um dem deutschen Volk ein Weiterleben und einen späteren Neuaufbau zu ermöglichen.

19. März 1945
„Nero“-Befehl Hitlers: Bei Rückzug Zerstörung aller deutscher Industrie- und Versorgungsanlagen, die dem Feind nützen können, ungeachtet der Einwände Speers.

29. März 1945
Speer wendet sich erneut an Hitler und erreicht, daß ihm die Zerstörungsanweisungen übertragen werden, womit er den Nero-Befehl weitgehend unterlaufen kann.

7. und 9. Mai 1945
Kapitulation der deutschen Wehrmacht.

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© Armin Ziegler