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Wasser - Strom - Gas

Das ist die Geschichte des Entstehens der Stadtwerke Crailsheim in markanten Daten.

Geprägt und gestaltet wurde die Geschichte der Stadtwerke durch den späteren Direktor der Stadtwerke, Gotthilf Lindenmeyer (1890-1978), der 1913 Beamter der Stadt Crailsheim  und am 1.7. 1920 Leiter der technischen Werke wurde.

Wasser
(Quelle: Städtische Stadtwerke – 100 Jahre städtische Gasversorgung 1891 -1991)

Crailsheim erhielt sein Trinkwasser über Jahrhunderte aus Brunnen, eigenen, gepachteten und gekauften.
Um 1700 gab es acht laufende und 30 Schöpfbrunnen.
Geschichte machten vor allem  erst einmal  neue  Leitungen.

Markante Daten der Crailsheimer Wasser-Geschichte.:
- 1708 wird berichtet, dass die „Goldbach-Leitung“ – aus Holz – 4400 Meter lang war und stündlich 2 010 Liter Wasser lieferte.
- Gespeist wurde auch der Schlossbrunnen, der u.a. das Oberamtsgebäude versorgte.
- Der Brunnentrog vor der Liebfrauenkapelle wurde um 1800 daraus versorgt und sein steinerner Trog durch einen aus Eisen ersetzt, der aus Wasseralfingen geliefert wurde.
- Das Rinnenbrünnelein wurde 1843 gefasst und lieferte Wasser in die Haller Vorstadt.
- 1900 pachtet die Stadt von der Königlichen Forstverwaltung  drei Quellen.
- 1901 ging das Leitungsnetz in die Hände der Stadt über.
- 1905 überließ die Stadt Dinkelsbühl der Stadt Crailsheim eine Wasserquelle aus ihrem Stadtpark gegen  ein Pachtgeld.
- Verwaltungsmäßig zuständig war die Stadtpflege.

Ein Durchbruch in der Sicherung der Wasserversorgung war 1903 die Errichtung eines Wasser-Reservoir auf dem Karlsberg, das 700 Kubikmeter Wasser fasste.

Der Wasserzins wurde vierteljährlich erhoben, berechnet wurde er nach Zimmerzahl plus Küche. Kleinere Gewerbebetriebe mussten einen geringen Zuschlag bezahlen. Gesondert erhoben wurden Gebühren für Viehhaltung und Pferdekutschen. Später wurden auch Badeeinrichtungen und Wasser-Klosetts besteuert.

1922 wurde zur Förderung der Grundwassernutzung eine Pumpstation an der Kuppelismühle eingerichtet.
1925 wurde ein zweiter Hochbehälter errichtet, der zwei Kammern hatte und 630 Kubikmeter Wasser speichern konnte.
1933 wurde der Zweckverband der Wasserversorgung Jagstgruppe gegründet. Geschäfts- und Betriebsführung lag bei der Stadt Crailsheim. Vorsitzender des Verwaltungsrates war Bürgermeister Fröhlich, Geschäftsführer Gotthilf Lindenmeyer.
 
1933 konnten im Rahmen eines Arbeitsbeschaffungsprogrammes u.a.in Crailsheim Verbesserungen der Wasserversorgung erarbeitet werden

Am 3. September 1934 – nach Beendigung der Grundwasserversorgungsanlage – wurde in Crailsheim ein Wasserfest gefeiert.

Mitte Juli 1933 konnten im Rahmen eines Arbeitsbeschaffungsprogrammes Verbesserungen der Wasserversorgung für Crailsheim und umliegende Gemeinden erreicht werden.
   
Als 1944 in Crailsheim ein neuer Luftschutzplan erstellt wurde, konnte festgestellt werden, dass acht laufende Brunnen, acht Pumpbrunnen, drei Schöpfbrunnen und vier Ventilbrunnen mit durchweg gutem Trinkwasser zur Verfügung standen.

Die Kriegsereignisse zerstörte die Wasserversorgung Crailsheims wesentlich.


Gasversorgung

- 17. Januar 1874 Feierliche Einweihung des ersten Gaswerkes.
Betrieb in Form einer Aktiengesellschaft
Beginn der Gasbeleuchtung der Stadt.

Weitere markante Daten:

- 1891 Verkauf des Gaswerkes an die Stadt Crailsheim
- Erweiterung der Gasfabrik
- 1907 Einrichtung eines neuen Gasbehälters
 - 1910 Erweiterung des Gasrohnetzes. Einrichtung einer Ammoniakconserver-   Verdichtungsanlage
- 1912 Zusammenführung der Gas- und Wasserverwaltungen, Betriebsleitung durch das Stadtbauamt. Verwaltung durch die Stadtpflege
- 1919 Einrichtung der  Städtische Gas-, Elektrizitäts und Wasserwerke
- 1920 Umbenennung in Städtische Betriebswerke
- 1.7. 1920 Verwalter der technischen Werke der Stadt Crailsheim wurde Gotthilf Lindenmeyer.
- 1927 Der Gemeinderat beschließt die Zulassung privater Gewerbeunternehmer zur Durchführung von Gasinstallationen
- 1933/34 Bau einer Kammerofeanlage, einer Kokstransportanlage, Kauf einer Stoß- und Planiermaschine und Aufstellung eines Koksaufbereiters
- 1941 Bau eines vierten Kammerofens.

- 23. Februar 1945: Zerstörung des Gas- und Elektrizitätswerkes durch Bomben. Große Schäden an allen Leitungsnetzen.


Stromversorgung

- Juli 1914.  Das Überlandwerk Jagstkreis A.G. verpflichtet sich in einem Stromlieferungs-Vertrag  aus seinem Leitungsnetz der Stadt Crailsheim „elektrische Energie für Licht, Kraft und alle sonstigen Starkstromzwecke“  zu liefern.
Jedoch:
- Im April 1915 musste die Stadt feststellen, dass sie durch die Kriegsereignisse und der Beschlagnahme des Kupfers nicht in der Lage war, das Verteilnetz zum vorgesehenen Zeitpunkt fertigzustellen.
- 3. November 1919: Der Gemeinderat beschließt die Schaffung eines Elektrizitätswerkes und es mit dem Gas- und Wasserwerk zusammenzuschließen.   Diese technischen Werke erhielten den Namen Städt. Gas-, Elektrizitäts- und Wasserwerk.
- Die Stadt veröffentlicht Stromlieferungsbedingungen u.a. Anschlussgebühren, Zählermiete und Strompreise.
- Für Installationsarbeiten in Crailsheim  wird Friedrich Canz zuerst, dann auch  die Firma Irion und Wöginger zugelassen.
- 1920: Umbenennung des Städt.Gas-, Elektrizitäts und Wasserwerk  in Städtische Betriebswerke. Michael Zink wurde zum Obermonteur ernannt.
 Gotthilf Lindenmeyer wird Verwalter.
- 30. September 1920: Fertigstellung eine Teil-Ortsnetzes. Beginn der Stromversorgung.
- 1921: Der Obermonteur Zink wurde zum Werkmeister ernannt.
- 1924: Der Obermonteur Friedrich Hermann übernimmt die Stelle von Michael Zink.
- 1924: Beginn der Einführung der elektrischen Straßenbeleuchtung. Die Stadt übernimmt die Kosten.
- 1924 bis 1926: Die Aluminiumleitungen werden durch Kupferleitungen ersetzt.
- 1926: Einführung neuer ( bis 1941 gültige) Stromtarife.
  Lichtstrom für Endverbraucher bei mtl. 1 bis 150kWh = 50 Pfennig pro Kilowattstunde, danach 45 Pfennige.
- 1928: Elektromeister Hans Berhalter wird für elektrische Installationsarbeiten zugelassen.
- 1930: Die elektrische Straßenbeleuchtung erstreckt sich auf das ganze Crailsheimer Straßennetz.
1932: Bau eines neuen Umspannwerkes Ost.
- 1. Januar1935: Gustav Kautzig wird Elektromeister.
- 1936: Erweiterung des Umspannwerkes West u.a. um den Flugplatz und die Fa. Robert Bosch mit Strom zu versorgen.


Die Kriegsereignisse 1945 zerstörten das Leitungssystem weitgehend. 

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© Armin Ziegler