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Zünfte

Die Crailsheimer Zünften gründeten sich im 15. Jahrhundert auf der religiösen Grundlage einer Bruderschaft und waren von rechtlichen, wirtschaftlichen und tech­nischen Gegebenheiten getragen.

Vermutlich waren schon vor der Belagerung der Stadt 1379/80 Handwerker-Bruderschaften vorhanden.

Strenge Zunftordnungen regelten das gesamte Gewerbewesen. Mit Hilfe der Obrigkeiten gaben sich die einzel­nen Handwerkszweige ihre eigenen Gesetze und Verordnungen. Ein eigenes Zunftge­richt bestrafte grobes und ungesetzliches Verhalten der Zunftgenossen.

Die selbstän­digen Handwerksmeister waren nicht wohlhabend und hatten kein hohes Einkommen. Auch die Zünften besaßen ein bescheidenes Vermögen. Mit Vorliebe pflegten sie den Gemeinschaftsgeist.

Die Lehrzeit, die Gehilfen- und Meisterprüfungen regelten die Zünfte, Soziale Leistungen für kranke und arme Meister und Gesellen übernahm die Zunft.

In den Zunftherbergen, welche in den Gasthäusern untergebracht waren, wurde jedes Jahr eine Zunftversammlung — Jahrtag — und ein Zunftmahl abgehal­ten. Vor jeder Zunftversammlung besuchten die Zunftgenossen einen Gottesdienst in der Johanneskirche.

Bei offener Zunftlade musste sich jeder Meister und Geselle ordentlich betragen. Obmann der Zunft war der Amtmann.

Der Obermeister wurde von der Zunft gewählt. Kerzenmeister, Zunftbeschauer und Prüfungsmeister ernannte die Zunft. Zunftmeister und Gesellen durften früher als Auszeichnung einen Degen tragen.

Als Vertreter des Handwerks waren Zunftgenossen im Stadtrat vertreten und wirkten als Berater auch in den Pflegen.

Schon 72 Jahre nach der Belagerung der
Stadt finden wir nachweislich die erste Handwerker-Bruderschaft.

- Anno 1452 wurde eine Ordnung für die Bruderschaft der Schneider aufgestellt.
- Zu der 1472 gebildeten St. Elegius -Bruderschaft zählten die Schlosser und Schmiede.
- 1515 erhielt die Bäcker-Bruderschaft eine Ordnung, welche die Herstellung der beliebten Horaffen erwähnt.
- 1516 wurde für die Mühlenbesitzer und Mühlen eine Mühlordnung erlas­sen.
- 1582 bekamen die Schuhmacher,
- 1588 die Metzger,
- 1626 die Maurer,
- 1629 die Krämer,
- 1655 die Schreiner,
- 1670 die Zimmerleute ,
- 1674 die Rot- und Weißgerber ,
- 1684 die Bader und Wundärzte ,
- 1709 die Strumpfstricker,
- 1716 die Küfer ,
- 1739 die Bier­brauer 

eine besondere Zunftordnung.

Quelle: Wilhelm Schneider. „Die Wirtschaftsgeschichte der Stadt Crailsheim“, Kirchberg/Crailsheim 1990.

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