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Schäden in Crailsheim

Die Zerstörungen der Infrastrukturen und Versorgungseinrichtungen

Total zerstörte Straßen und Plätze: Adam-Weiß-Straße, Hardt-, Kronprinz-, Wiesen-, Schul-, Karl-, Schloßstraße, die Straße "In der Kürz", Schmale Stra­ße, Kurze Straße, Seiten-, Küfer-, Mauer-, Ratsgasse, sowie Karls-, Schloß-und Marktplatz. Außerdem der Hochwasserdamm zwischen Gaswerk und Marienstraße.

Teilweise Zerstörungen erlitten der Alte Postweg, die Bahnhof-, Bergwerk-, Brunnen-, Fabrik-, Friedrich-, Frieden-, Fronberg-, Gaildorfer-, Garten-, Goldbacher-, Graben-, Kalkäcker-, Lange-, Ludwig-, Marien-, Sandgruben-, Schießberg-, Schloß-, Schiller-, Spital- und Wilhelmstraße, ferner der Jagst­gartenweg (Angaben Martin Baier).

Die Versorgungsleitungen (Gas, Wasser, Strom) sowie die Entwässerungs­anlagen dieser Straßen waren völlig oder zu großen Teilen zerstört.

Das Gaswerk war zerbombt, die Pumpstation des Wasserwerks ausgefal­len, das Wasserleitungsnetz an vielen Stellen durch Rohrbrüche unterbro­chen, die Stromversorgung durch die Zerstörung zahlreicher Freileitungen ausgefallen.

Der für die Ost-West- und Nord-Süd-Verbindung wichtige Bahnhof mit Ge­bäuden und seinem wichtigen Bahnbetriebswerk, der Güterbahnhof mit seinen Lagerhallen und Gleisanlagen sowie das Gebäude der Bahnpost wurden völlig zerstört.

Die Eisenbahnüberführungen über die Gaildorfer Straße und die Haller Stra­ße waren ebenso wie die Jagstbrücke in der Stadt von deutschen Sprengkommandos am 20. April 1945 gesprengt worden.

An öffentlichen Gebäuden waren das Rathaus mit seinen Ämtern, die Poli­zeiwache, der Bauhof, das Landratsamt, das Amtsgericht, das Gesundheits­amt, die Oberschule und die Schule in der Grabenstraße zerstört.

Die amerikanische Militärregierung und das Landratsamt sprachen in ihren Berichten damals von einer 80prozentigen Zerstörung der Stadt. Diese An­gabe findet sich auch an anderen Stellen. Es ist aber für das Verständnis der entstandenen Probleme bildhafter, den Zerstörungsgrad von Crailsheim zu differenzieren.

Untergliedert man die Zahlen nach Innenstadt (innerhalb der alten Stadt­mauern), restlichem Stadtgebiet ohne Vororte und Vororte, ergibt sich die­ses Bild bezogen nur auf die vollständig und schwer beschädigten Haupt­gebäude:

Innenstadt (innerhalb der alten Stadtmauern) = 95 Prozent zerstört.

Von 315 Gebäuden wurden 241 vollständig zerstört, 58 schwer beschädigt.

Der Rest der Stadt Crailsheim (ohne Vororte) = 32 Prozent zerstört.

Von 842 Hauptgebäuden wurden 149 vollständig zerstört und 120 schwer beschädigt.

Vororte Ingersheim und Altenmünster = 14 Prozent zerstört.

Von 365 Hauptgebäuden wurden 33 vollständig zerstört und 17 schwer be­schädigt.

Für die Stadt Crailsheim (ohne Vororte) ergibt sich auf dieser Basis eine Zerstörung von rund 50 Prozent. Bezieht man auch die leicht und mittel­schwer beschädigten Gebäude mit ein, so waren in Crailsheim bei Ende der Kampfhandlungen nur 12,6 Prozent der Gebäude unbeschädigt.

Da sich in der Innenstadt die überwiegende Zahl der öffentlichen Gebäude, der Geschäfte und auch der Handwerksbetriebe und Dienstleister befand, geht aus den oben genannten 95 Prozent der Zerstörung der hohe Grad der Lähmung des Lebens der ganzen Stadt Crailsheim in den ersten Jahren der Nachkriegszeit hervor.

Vororte Ingersheim und Altenmünster = 14 Prozent zerstört.

Von 365 Hauptgebäuden wurden 33 vollständig zerstört und 17 schwer be­schädigt.



Die Zerstörungen der Industrieanlagen

Von allen Crailsheimer Industriebetrieben waren die Fabrikationsanlagen
ganz oder so schwer beschädigt, daß eine Arbeitsaufnahme unmittelbar nach
der Kampfeinstellung nicht möglich war:

-Robert Bosch GmbH,
- Kleiderfabrik Karl Hohenstein,
- Klleiderfabrik Fritz Habelt,
- Sportschuhfabrik Fritz Möbus,
- Marmeladenfabrik H. Bourzutschky Söhne,
- Säge- und Holzbauwerk Speer & Gescheidel - Möbelfabrik König
- Engelbrauerei
- Herrenmühle
- Druckerei Richter (Zeitungsverlag)
- Bezirksmolkerei Crailsheim

 

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